Finnland

Rovaniemi

Landesinformationen

Quick Facts

  • Amtlicher Name: Republik Finnland
  • Einwohner: 5,6 Millionen (Schätzung 2025)
  • Hauptstadt: Helsinki
  • Amtssprache: Finnisch und Schwedisch
  • Religion: am ehesten evangelisch
  • Währung: Euro
  • Beste Reisezeit: ganzjährig je nach Aktivität

Die früheste sicher nachgewiesene Besiedlung stammt aus der Zeit nach Ende der letzten Eiszeit. Durch Zuwanderung in den folgenden Jahrtausenden wurden neue Kulturen eingeführt. Spätestens um das Jahr 5000 v. Chr. sprachen die Bewohner des heutigen Finnlands hauptsächlich frühe finno-ugrische Sprachen. Um das Jahr 3200 v. Chr. kamen Zuwanderer aus dem baltischen Raum, die eine frühe indogermanische Sprache sprachen. Der sprachliche Einfluss der Zuwanderer war mitverantwortlich für die Entstehung der Unterschiede zwischen der urfinnischen (Küstengebiet) und der samischen Sprache (Binnenland). Mit der Bronzezeit kamen Ackerbau und Viehzucht nach Finnland. Ab dem Jahr 100 v. Chr. nahm der Handel mit Mitteleuropa zu. Während Völkerwanderungzeit kamen die finnischen Küstenregionen durch den Ostseehandel zu Wohlstand, der sich in der Zeit der Wikinger weiter verstärkte. Um die Jahrtausendwende wurden die Beziehungen von Ostfinnlands zu Nowgorod intensiviert. Durch die verschiedenen Handelsbeziehung kam Finnland in Kontakt mit dem christlichen Glauben.

Die Anbindung Westfinnlands an Schweden passierte allmählich. Somit war Finnland unter Schweden auch Teil der Kalmarer Union. Die Christianisierung Finnlands war mit der Gründung des Domkapitels Turku im 13. Jahrhundert formell abgeschlossen. Während der Herrschaftszeit Gustavs I. Wasa wurde Finnland stärker an Schweden gebunden. Zudem wurde der Katholizismus durch die evangelisch-lutherische Kirche ersetzt. Während des 18. Jahrhunderts wurde Finnland zweimal russisch besetzt, was dazu führte, dass die russische Westgrenze bis an den Fluss Kymijoki vorgeschoben wurde. Das 19. Jahrhundert machte genau hier weiter. Als Resultat des finnischen Krieges musste Schweden weite Gebiete (Südhälfte Finnlands mit Ålandinseln sowie Teile Lapplands und Västerbottens) an Russland abtreten. Aus diesen und bereits eroberten Gebieten wurde das Großfürstentum Finnland mit der neuen Hauptstadt Helsinki als Teil des Russischen Reiches gebildet. Ab den 1860er Jahren kam die Industrialisierung, insbesondere die Holzwirtschaft in Fahrt. Finnland hat übrigens als erstes Land in Europa das aktive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene eingeführt (parallel zum Männerwahlrecht).

Nach der Februarrevolution in Russland und der damit verbundenen Absetzung des Zaren wurde der Wunsch nach Unabhängigkeit von Russland immer größer. Nach der Oktoberrevolution, als die neue russische Regierung den Völkern das Recht auf Sezession einräumte, erklärte das finnische Parlament am 6. Dezember 1917 die Unabhängigkeit. Im Nichtangriffspakt wurde Finnland der Sowjetunion zugeteilt. Im Herbst 1939 konfrontierte die Sowjetunion Finnland mit Gebietsforderungen in der Karelischen Landenge, was letztlich zum Winterkrieg führte. Der Film zum Winterkrieg wird neben der Gala gerne am Nationalfeiertag (6. Dezember) angeschaut. Trotz starker Gegenwehr musste Finnland große Teile Kareliens abtreten. Zwar versuchte Finnland die Gebiete zurückzuerobern, aber scheiterte schließlich. Der Separatfrieden verpflichtete Finnland, die deutschen Truppen aus dem Land zu vertreiben, was zum finnisch-deutsche Lapplandkrieg führte.

Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte

Helsinki

Finnland bietet vor allem eines: Natur. Daneben gibt es auch ein paar historische Gebäude, Museen, Galerien und natürlich das Weihnachtsdorf nördlich von Rovaniemi.

In Helsinki sind der Dom, die Uspenski-Kathedrale, die Temppeliaukio-Felsenkirche und die Zentralbibliothek typische Sehenswürdigkeiten. Ich kann zudem das Freilichtmuseum Seurasaari empfehlen, in dem man historischen finnischen Hütten, Bauernhöfen und Herrenhäusern sehen kann. Beliebte Kurzausflüge mit dem Boot gehen zu den Schäreninseln oder nach Suomenlinna, der historischen Meeresfestung, die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Porvoo kann als zweitälteste Stadt des Landes als Tagesausflug von Helsinki oder als eigenes Ziel mit Übernachtung besucht werden. Die Stadt ist berühmt für ihre rot-braunen Ufer-Holzhäuser und die verwinkelten Kopfsteinpflastergassen.

Turku ist die älteste Stadt Finnlands und eine ehemalige Hauptstadt. Zu den Highlights zählen die mittelalterliche Burg Turku, der Dom und die Markthalle. Von Turku aus starten Fähren zu den Åland-Inseln und Stockholm. Die UNESCO-geschützte Altstadt von Rauma, etwa 90 km nördlich von Turku, ist eines der größten geschlossenen Holzhausviertel im nordischen Raum mit rund 600 historischen Holzhäusern.

Wenn wir vom Westen in den Osten springen, kommen wir ins finnische Seengebiet. Saimaa ist Europas größte Seenplatte mit über 180.000 Seen, Wäldern und damit Lebensraum der seltenen Saimaa-Ringelrobbe. Die bekannteste Stadt im Seengebiet dürfte Savonlinna sein. Savonlinna hat eine imposante mittelalterliche Seefestung aus dem Jahr 1475, die malerisch auf einer Felseninsel liegt und u.a. für Opernfestspiele genutzt wird.

Rovaniemi

Im Norden liegt Lappland mit seinen weitläufigen Landschaften, Seen und den Hügeln (Tunturi). Rovaniemi gilt als Zuhause des Weihnachtsmann, den man natürlich im touristischen Weihnachtsmanndorf, welches auf dem Polarkreis liegt, besuchen kann. Empfehlenswert ist das Arktikum-Museum.

Neben den genannten Sehenswürdigkeiten gibt es natürlich noch deutlich mehr. Mir persönlich gefällt bspw. die Stadt Tampere sehr gut und schöne Ecken in der Natur findet man fast überall. Meine Interrailreise durch die Hauptstädte Skandinaviens startete in Finnland, aber noch wichtiger, es gab auch einen Roadtrip durch Lappland.

Kulinarisches

Das Staatsgebiet von Finnland liegt in Fennoskandinavien. Bei einer Fläche von 338.472 km² hat Finnland 34.524 km² Binnengewässer, also viele Seen. Der große Rest ist aufgeteilt in Land und ein wenig Meer. Das Relief des Landes ist recht flach. Ein Drittel Finnlands liegt nördlich des Polarkreises. Die längste Staatsgrenze hat Finnland mit Russland (siehe auch Winterkrieg). Daneben hat Finnland Landgrenzen mit Schweden und Norwegen.

Die finnische Küche ist von dem geprägt, was die Natur hergibt: Fisch aus dem Meer, den Seen und Flüssen, Fleisch, Pilze und Beeren aus dem Wald und zudem Gemüse und Obst, was im kurzen Sommer reifen kann. Die finnische Küche ist in einer bäuerlich geprägten und recht armen Gesellschaft entstanden. Brot ist häufig Roggenbrot. Zudem gibt es Knäckebrot und im Norden eine Art Fladenbrot (passend zum Quietschekäse Leipäjuusto). Kartoffeln werden häufig als Sättigungsbeilage genutzt. Nachdem ich u.a. mein Auslandssemester in Finnland verbrachte, habe ich ein paar kulinarische Mitbringsel im Blog gelassen.

Hackfleischsuppe

Als typisches Donnerstagsessen, was auch in der Mensa serviert wurde, präsentiere ich Erbsensuppe mit Ofenpfannkuchen. Etwas anderes, was mir sehr gut in Erinnerung geblieben ist, sind die weiteren Suppen, allen voran die Hackfleischsuppe Jauhelihasoppa (passend dazu gibt es auch einen Nudelauflauf). Seltener gegessen, aber auch lecker, ist die Lachssuppe Lohikeitto. Ansonsten gibt es Piroggen (Karjalanpiirakka mit Reis natürlich) und Pasteten, bspw. mit Hackfleisch gefüllt. Kalakukko aus dem Savonland ist dem ähnlich und wird u.a. mit Fisch gefüllt.

Die Knoblauchkartoffeln Valkosipuliperunat mache ich nach all den Jahren tatsächlich immer noch gerne. Ich mag das Cremige und dass es intensiv nach Knoblauch schmeckt. Das Chili-Blauschimmel-Hähnchen, was ich damals im Restaurant dazu aß, habe ich leider noch nicht verbloggt (Schande über mich), auch wenn ich das auch ab und nach zubereitete.

Bei Feiern oder am Abend zu Knabbern gab es häufig Dippi (Art saure Sahne mit Dipppulver, den man natürlich auch selbst herstellen kann), Chips und Gemüsesticks. Während Kebab auch über in Finnland zu finden war, waren Chicken Wings beispielsweise mit Blue Cheese Dip recht speziell für die Ecke um Tampere. Ebenfalls typisch für Tampere ist Mustamakkara, eine Art Blutwurst, die natürlich mit Preiselbeermarmelade und Milch gegessen wird.

Joulutorttu

Nachdem ich nach dem Auslandssemester über Weihnachten in Finnland blieb, konnte ich die ein oder andere Leckerei zur Weihnachtszeit genießen. Darunter fallen das Weihnachtsgebäck Joulutorttu und ein Steckrübenauflauf sowie heiße Schoki mit Minttu. Insgesamt gab es nach Fisch am 24. Dezember am nächsten Tag auffallend viele Aufläufe; neben Steckrüben auch Karotten, Leber und sicherlich noch mehr, an die ich mich nicht mehr erinnere. Dazu Weihnachtsschinken, Salat, Brot, Kaffee, Glühwein und vieles mehr.

Fortbewegungsmittel

In Finnland nutzte ich v.a. Bus, aber auch Auto und Zug. Häufig muss man (vermutlich immer noch) den Bus heranwinken, damit er auch hält. Theoretisch kann man auch fliegen. In Helsinki verkehren auch Metro und Straßenbahnen.

Berichte

Hier findet ihr meine Berichte dazu: