Rumänien

Bukarest

Landesinformationen

Quick Facts

  • Amtlicher Name: Rumänien
  • Einwohner: 19 Millionen (Schätzung 2025)
  • Hauptstadt: Bukarest
  • Amtssprache: Rumänisch
  • Religion: v.a. Rumänisch-orthodox
  • Währung: Leu (RON)
  • Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst

Das Gebiet des heutigen Rumänien wurde laut Herodot mindestens seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. von thrakischen Völkern besiedelt. Das Gebiet wurde nachfolgend in das römische Reich eingegliedert und seine Bevölkerung romanisiert. Militärisch war die Provinz starken Druck durch die Nachbarvölker ausgesetzt und in der Folge unter Kaiser Aurelian wieder aufgegeben. Während der Völkerwanderung kamen nacheinander Goten, Hunnen, Gepiden, Slawen, Awaren und Bulgaren in das heutige Staatsgebiet. Ab Mitte des 6. Jahrhunderts gehörten weite Teile des heutigen Rumäniens zum bulgarischen Reich, wodurch die Bevölkerung christianisiert wurde.

In den Regionen wurden im 12. und 13. Jahrhundert unterschiedliche Reiche gebildet, die allerdings von anderen Reichen abhängig waren. Dies setzte sich in den nächsten Jahrhunderten fort. Mitte des 16. Jahrhunderts sicherte sich das osmanische Reich weitere teilweise rumänisch besiedelte Territorien. Im 17. und 18. Jahrhundert brachten die Habsburger Gebiete unter ihre Kontrolle. Nach dem Niedergang Polens übte das russische Reich als weitere Großmacht Einfluss auf die rumänischen Fürstentümer aus.

Im Zeichen der Revolution von 1848 wurde am 24. Dezember 1861 das Fürstentums Rumänien mit der Hauptstadt Bukarest ausgerufen. Die Unabhängig wurde auf dem Berliner Kongress nach dem russisch-osmanischen Krieg bestätigt. Im Jahr 1881 wurde das neue Königreich Rumänien ausgerufen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs schlossen sich die mehrheitlich rumänisch besiedelten Territorien Russlands und Österreich-Ungarns dem Königreich Rumänien an, was zum ungarisch-rumänischen Krieg führte, in dem Rumänien als Sieger hervorging. Wie andere Staaten Europas war auch das nun deutlich größere Rumänien in der Zwischenkriegszeit von politischer Instabilität gekennzeichnet. Im Jahr 1938 wurde die Königsdiktatur ausgerufen.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verlor Rumänien große Teile seines Staatsgebietes. Während des Krieges beteiligte sich Rumänien am deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion, wodurch die ein Jahr zuvor verlorenen Gebiete wieder erobert wurden. Während des Regimes wurden Juden und Roma verfolgt und ermordet. Die erfolgreiche Offensive der Sowjetunion im August 1944 führte zum Sturz des Herrschers und zum Frontwechsel Rumäniens. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Rumänien Nordsiebenbürgen von Ungarn zurück, doch kamen mehrere Gebiete unter sowjetische Herrschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet Rumänien unter sowjetischen Einfluss. Die Oberschicht und politische Gegner wurden enteignet, verschleppt oder ermordet. Staat und Wirtschaft wurden systematisch nach stalinistischen Vorstellungen umgeformt.

In einer Periode politischen Tauwetters in Rumänien wurde die Sozialistische Republik Rumänien ausgerufen. Führender Mann des Landes wurde Nicolae Ceaușescu. Zur Steigerung der Bevölkerungszahlen wurden ein Abtreibungsverbot und Gesetze zur Förderung des Kinderreichtums erlassen. Durch den Zusammenbruch der Volkswirtschaft exportierte das Land Grundversorgungsgütern, die dadurch im Land selbst immer knapper wurden. Nach u.a. dem Mauerfall kam es zur rumänischen Revolution. Nachdem sich die Armeeführung mit den Demonstranten verbündete, wurde Ceaușescu Ende 1989 vor ein Militärgericht gestellt und standrechtlich erschossen. In der nachfolgenden Zeit konnte sich Rumänien nur langsam von den Folgen der jahrzehntelangen Diktatur und Misswirtschaft erholen.

Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte

Bukarest

Rumänien liegt in Südosteuropa. Die Landschaft des Landes besteht zu etwa je einem Drittel aus Gebirge, Hochland und Ebenen. Der prägende Gebirgszug des Landes sind die Karpaten. Das geografische Zentrum ist das Siebenbürgische Hochland. Das Land ist zu fast einem Drittel von Wald geprägt. Die Waldzone endet bei 1800 Meter. Darüber befinden sich Bergweiden. Im Osten grenzt das Land ans Schwarze Meer. Über die Hälfte der Bewohner wohnen in Städten. Entsprechend bietet das Land viele Reiseziele in der Natur, aber auch Sehenswürdigkeiten in den Orten.

Zu den kulturellen Hauptattraktionen zählen vor allem Kulturdenkmäler, die nach der Wende in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden.  Dazu gehören die Moldauklöster, das Kloster Horezu, die Kirchenburgen in Siebenbürgen, die Altstadt von Sighișoara, die Festungsanlage in den Bergen Orășties und die Holzkirchen in der Maramureș. Die Schwarze Kirche in Brașov ist der östlichste gotische Dom Europas.

Bukarest

Der Parlamentspalast in Bukarest ist das größte Gebäude Europas und zudem eines der größten der Welt. Das Gebäude wird stilistisch zum Neoklassizismus gerechnet.

Transsilvanien

Ein weiteres Highlight liefert letztlich Bran Stokers Dracula. Das Schloss Bran in Siebenbürgen, auch bekannt als Transsylvanien, wird auf Grund seiner Ähnlichkeit zu dem im Buch beschriebenen Schloss als Zuhause von Graf Dracula angesehen. Das Schloss bietet u.a. spezielle Halloweenfeiern an. Zudem können in Siebenbürgen mittelalterliche Städte wie wie Brașov, Sibiu und Cluj-Napoca besucht werden. Besonders beeindruckend ist die schwarze Kirche in Brașov. Nicht allzu weit entfernt von Schloss Bran – zugegeben schon in der Region Muntenien – liegt das romantische Königsschloss Peleș. Mir gefallen die Türme und die Innenausstattung besonders. Ein weiteres Highlight in Muntenien ist Târgoviște, die ehemalige Hauptstadt des walachischen Fürstentums.

Die Natur bietet natürlich auch einiges, wie der Naturpark Eisernes Tor, welcher um das Durchbruchstal der Donau liegt. Die Dobrudscha Region beeindruckt mit Stränden bspw. bei den Küstenorten Mamaia und Vama Veche und unberührter Natur des Donaudeltas, die in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Oltenien, auch Kleine Walachei genannt, ist bekannt für sanfte Hügel, Weinberge und Wälder, die beispielsweise im Buila Vânturarița National Park besucht werden können. Die Bergstraße am Balea See bietet einen schönen Ausblick, während die Karpaten bspw. im Parcul Național Piatra Craiului zum Wandern und Kultur genießen einladen. Der Nationalpark Retezat ist der älteste Nationalpark Rumäniens. Zuletzt möchte ich die Schlammvulkane von Berca nennen.

Kulinarisches

Bukarest

Die rumänische Küche als Landesküche unterscheidet sich von der Küchen des Ardeals, der Walachei und die der moldauischen Gebiete an der Grenze zur Republik Moldau. Ein wichtiges Grundnahrungsmittel ist Mais, welches in Form von Maisgrieß und Maismehl verarbeitet wird. Typisch ist der feste Maisbrei Mămăligă. Ich hatte Maza e Djathit nachgemacht. Kartoffeln spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. Das Fleisch und die Milch von Schafen – und damit auch Käse – sowie Gemüse spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei Gemüse sind bspw. Auberginen (u.a. als Vinete), Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Kohl relevant. Hierfür kann ich ein Rezept für den Gemüseaufstrich Zacusca bieten.

Nachfolgend möchte ich einzelne Gerichte hervorheben. Ciorbă sind typische saure Suppen, die in Rumänien beliebt sind. Saure Sahne/Schmand wird gerne allgemein zu Suppen hinzugefügt. Frigărui ist eine Art rumänischer Kebap aus Schweinefleisch (teils auch Hähnchen), Paprika und Zwiebeln. Mititei sind ähnlich wie Cevapcici, aber aus Lammfleisch oder gemischtem Fleisch (Schwein, Kalb und Lamm) mit vielen Gewürzen. Pleșcoi sausages, Ardei umpluți (gefüllte Paprika) und salam de biscuiți sind ebenfalls zu finden.

Fortbewegungsmittel

Das Eisenbahnnetz deckt letztlich das Land ab, ist aber verschlissen, wodurch mit niedrigen Geschwindigkeiten gefahren wird. Das Straßennetz wird weiterhin ausgebaut. Daneben gibt es mehrere Busverbindungen. Ich selbst nutzte für meine Ausflüge ab Bukarest Touren.

Berichte

Hier findet ihr meine Berichte dazu: