Landesinformationen
Quick Facts
- Amtlicher Name: Slowakische Republik
- Einwohner: 5,4 Millionen (Schätzung 2025)
- Hauptstadt: Bratislava
- Amtssprache: Slowakisch
- Religion: christlich, v.a. katholisch
- Währung: Euro
- Beste Reisezeit: ganzjährig, je nach Aktivität
Das Gebiet der heutigen Slowakei wurde bereits vor der letzten Eiszeit besiedelt. Ein Fund ist die Venusfigurine von Moravany. Die ersten landwirtschaftlichen Siedlungen erschienen gegen 5000 v. Chr. Das erste schriftlich erwähnte Volk auf diesem Gebiet waren die Kelten, die ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. die heutige Slowakei besiedelten. Im 1. Jahrhundert kamen die germanischen Quaden ins Land, wodurch das Gebiet Schauplatz mehrerer römisch-quadischer Kriege wurde. Die römische Anwesenheit beschränkte v.a. auf den Donaulimes. Neben den Lagern in Gerulata (Rusovce) und Celemantia (Iža) gibt es einzelne Fundstellen im Landesinneren. Nachfolgend ließen sich Vandalen, Hunnen, Ostgoten, ostgermanische Gepiden und Langobarden zumindest in Teilen des heutigen Staatsgebietes nieder.
Die slawischen Vorfahren der Slowaken erreichten das Gebiet am Ende des 5. Jahrhunderts. Anfang des 9. Jahrhunderts entstand in der Stadt Nitra eines der Zentren des Mährerreiches, welches das erste bedeutende slawische Staatswesen darstellte. Anfang des 10. Jahrhunderts ging das Mährerreich nach mehreren Angriffen der Magyaren unter. In der Folge kam das Gebiet der heutigen Slowakei unter die Herrschaft des neuentstehenden ungarischen Staates. Im Zuge der Christianisierung werden im Jahr 1075 das Kloster Hronský Beňadik und gegen 1110 das Bistum Nitra gegründet. Der Mongolensturm entvölkerte große Teile des Gebietes, woraufhin deutsche Siedler zur Neubesiedlung ins Land geholt wurden. Als Folge blühte der Bergbau auf und es entstanden mehrere Burgen. Später kamen Walachen und Juden hinzu. Durch die Hussitenkriege wurden erneut große Teile des Landes schwer verwüstet.
Nach der Niederlage des ungarischen Heeres gegen die Türken im Jahr 1526 wurde das königliche Ungarn der Habsburgermonarchie zugeschlagen. Da große Teile Ungarns erobert hatten, wurde Bratislava Hauptstadt Ungarns und Krönungsstadt der ungarischen Könige und die Stadt Tyrnau Zentrum der ungarischen Kirche. Mittel- und Ostslowakei gehörten mehr oder weniger direkt dem osmanischen Reich. Es folgten weitere Türkenkriege. Nach der Zweiten Wiener Türkenbelagerung wurden die Osmanen schrittweise verdrängt.
Nach dem Ersten Weltkrieg gründeten Slowaken und Tschechen ihren gemeinsamen Staat Tschechoslowakei. In diesem Zug wurde die Slowakei nach 1000 Jahren endgültig von Ungarn abgetrennt. Im Lauf der Jahre kam es verstärkt zu Spannen zwischen Slowaken und Tschechen, u.a. wegen des Zentralismus der Regierung in Prag. Im Zweiten Weltkrieg verlor die Tschechoslowakei schrittweise ihr Staatsgebiets an Deutschland. Die Slowakei wurde im April 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tschechoslowakei neugegründet.
Mit den Revolutionen im Jahr 1989 wurde das kommunistische Regime unblutig gestürzt. Neuer tschechoslowakischer Staatspräsident wurde der Dissident Václav Havel. Nach der Wende kam es wieder zu Spannungen zwischen Slowaken und Tschechen. Zum endgültigen Bruch kam es nach den Wahlen 1992, da sich die Ministerpräsidenten nicht auf eine gemeinsame Bundesregierung verständigen konnten. In der Folge wurde die Auflösung der Tschechoslowakei und deren Aufteilung in zwei Staaten zum 1. Januar 1993 beschlossen.
Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte
Die Baustile in der Slowakei sind durch die verwendeten Baumaterialien bestimmt. In der gebirgigen Nordslowakei wird traditionell Holz genutzt, wodurch Blockhäuser mit Holzschindeln entstanden. In tiefer gelegenen Teilen des Landes wurde vorrangig Lehm und Stein eingesetzt. Die Baustile verschiedener Regionen werden heute in zehn Volksarchitekturreservaten (Brhlovce, Čičmany, Osturňa, Plavecký Peter, Podbiel, Sebechleby, Špania Dolina, Veľké Leváre, Vlkolínec und Ždiar) gezeigt. Zudem können die Baustile in Freilichtmuseen betrachtet werden. Das größte Freilichtmuseum ist das Museum des slowakischen Dorfes in Martin.
Die wechselhafte Geschichte des Landes hinterließ Burgen, Schlösser, Kirchen und andere Kulturdenkmäler. Entsprechend gibt es eine Reihe an Bauwerken, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Dazu zählen das Bauerndorf in Vlkolínec, das Stadtzentrum von Levoča, die Burgruine der Höhenburg Zipser Burg, die Bergbaustadt Banská Štiavnica und das historische Zentrum von Bardejov. Zu erwähnen sind auch die im Nordosten des Landes liegende Holzkirchen. Acht davon sind als Holzkirchen im slowakischen Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Weitere Reiseziele sind die Hauptstadt Bratislava mit der unverkennbaren Burg, die über der Altstadt thront (siehe Foto), Banská Bystrica mit einem Hauptplatz und Glockenspielturm, Trenčín mit einer Burganlage, Nitra mit einer Burg und Košice mit einer Altstadt (Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2013). Medzilaborce in der Ostslowakei ist die Geburtsstadt von Andy Warhol, die ein kleines Museum der Warhol-Familie gewidmet hat. Zudem kann u.a. in der hohen Tatra gewandert werden.
Kulinarisches
Die slowakische Küche ist von der Lage des Landes im Gebirge geprägt. Fleisch, Kraut, Kartoffeln, Milch und Milchprodukte (z.B. Käse, Sauerrahm und Brimsen) sind typische Bestandteile. Trotz der Almwirtschaftstradition sind Lamm- und Schaffleisch im Gegensatz zur Vergangenheit nur noch wenig verbreitet. Für Fischgerichte werden am häufigsten Karpfen oder Forellen verwendet. Reine Gemüsegerichte sind wenig verbreitet. Entsprechend kann die Küche als deftig eingeordnet werden.
Bekannte Gerichte sind die Sauerkrautsuppe (kapustnica), Piroggen (pirohy, v.a. in der Ostslowakei) und Brimser Nockerl/Brimsennockerl (bryndzové halušky). Die Brimser Nockerl werden mit Schafskäse und Speck serviert und gelten als Nationalgericht der Slowakei. Der dafür benötigte, aus unpasteurisierter Schafsmilch gewonnene Käse ist eine EU-weit geschützte regionale Spezialität. Ein weiteres verbreitetes Nockengericht heißt strapačky oder kapustové halušky (Sauerkrautnocken). Ähnlich wie in Tschechien gibt es auch frittierten Käse (vypražaný syr) und frittierte Champignons (vypražané žampiony). Den Einfluss der Küche der Nachbarländer sieht man u.a. an Lendenbraten (sviečková), Wiener Schnitzel (viedenský rezeň), Gulasch (guláš) und Mehlspeisen.
Zum Essen dürfen Kofola, ein Pendant zu Cola/Pepsi, das Traubensaftgetränk Vinea oder Bier nicht Fall fehlen. Eine spezifische slowakische Branntweinsorte ist borovička (Wacholderschnaps).
Fortbewegungsmittel
Es gibt gute Zugverbindungen im Land, die durch Busse und Lokalzüge ergänzt werden. Alternativ kann das Auto genutzt werden.
Berichte
Hier findet ihr meine Berichte dazu:



