Bulgarien

Bulgarien

Landesinformationen

Quick Facts

  • Amtlicher Name: Republik Bulgarien
  • Einwohner: 6,5 Millionen (2024)
  • Hauptstadt: Sofia
  • Amtssprache: Bulgarisch
  • Religion: v.a. bulgarisch-orthodox
  • Währung: Euro
  • Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst, je nach Aktivität

Auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien befinden sich die bislang frühesten Belege für die Anwesenheit des modernen Menschen in Europa. Zwischen dem 6. und 3. Jahrhundert v. Chr. geriet die Region ins Spannungsfeld der Thraker, Perser, Kelten und Griechen. Im Jahr 45 n. Chr. gelang es dem römischen Reich, die Region zu erobern. Mit dem Niedergang der Römer begannen erneut Invasionen verschiedener Gruppen. Im 4. Jahrhundert wanderten die Goten ein. Um das 6. Jahrhundert wurden die Gebiete von den frühen Slawen besiedelt.

Die Ur-Bulgaren verließen das Gebiet und siedelten sich im späten 7. Jahrhundert dauerhaft auf der Balkanhalbinsel an, wo sie zwei Reiche mit dem Namen Bulgarien gründeten. Das erste Reich beherrschte den größten Teil der südlichen Balkanhalbinsel bis es von Byzanz unterworfen wurde. Ein erfolgreicher Aufstand im Jahr 1185 begründete das zweite Reich. Nach zahlreichen Kriegen und Kämpfen löste sich das Reich im Jahr 1396 auf. In der Folge geriet die Region fast fünf Jahrhunderte lang unter osmanische Herrschaft.

Das heutige Bulgarien entstand im Jahr 1878 im Zuge des Russisch-Osmanischen Krieges und des Zerfalls des Osmanischen Reiches. Zunächst war es ein autonomes Fürstentum, bevor es als Zarentum Bulgarien weiter existierte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Bulgarien im Jahr 1944 von der Sowjetunion besetzt und eine realsozialistische Volksrepublik ausgerufen, die mit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 aufgelöst wurde.

Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte

Bulgarien

In der Hauptstadt Sofia stehen u.a. mehrere Kirchen. Die Alexander-Newski-Kathedrale ist die größte Kirche des Landes. Die Sophienkirche ist die Namensgeberin der Stadt. Die Kirche von Bojana wurde wegen ihrer Fresken zum UNESCO-Weltkulturerbe hinzugefügt.

Im Land gibt es mehrere Klöster. Besonders bekannt ist das Rila-Kloster auf der westlichen Seite des Rila-Gebirges. Das Kloster kann von Sofia in einem Tagesausflug besichtigt werden. In Zeiten des osmanischen Reiches galt das Kloster als Rückzugsort. Mit seinen innen und außen befindlichen Fresken gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Rila-Gebirge selbst ist ebenfalls sehenswert. Ein typischer Ausflug enthält die Wanderung zu den Sieben Rila Seen.

Plovdiv ist die zweitgrößte Bulgariens. Im Jahr 2019 war sie eine der Kulturhauptstädte Europas. Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wie dem Theater und dem römischen Stadion, lockt vor allem die historische Altstadt die Besucher in die Stadt. Rund 20 km von Plovdiv entfernt liegt die Festung Assenow.

In der Nähe zum Sonnenstrand liegt der Nessebar, bekannt durch die historische Altstadt, Kirchen und den alten Häusern mit Erkern. Die Stadt wurden ebenfalls von der UNESCO ausgezeichnet. Eine andere schöne Stadt in der Nähe des Goldstrandes, und damit nicht zu weit weg vom Sonnenstrand, ist die Hafenstadt Varna. In dessen Nähe verbirgt sich das Höhlenkloster Aladja.

Selbst unter den Griechen galten die Thraker als altes Volk. Im Jahr 1982 wurden 40 Grabstätten der Thraker im Nordosten von Bulgarien gefunden. Zusammen mit 100 weiteren freigelegten untergegangenen Siedlungen und Heiligtümern bilden sie das historisch-archäologische Reservat Sboryanovo. Das Grab von Sveshtari ist eines der bedeutsamsten, was ihm den Status des UNESCO-Weltkulturerbe einbrachte.

Südlich der Stadt Ruse, in der Nähe zur Grenze zu Rumänien, befindet sich der Ort Ivanovo, bekannt durch seine Felsenkirche. Die aufwändigen Felsenmalereien wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Die Devil’s Throat Cave ist eine legendenumwobene Höhle der Grenze zu Griechenland. Um die Höhle zu besuchen, muss man zunächst über steile Treppen durch einen engen 150 Meter langen Tunnel hinabsteigen. Rund 90 km von der Devils Throat Cave und 80 Kilometer von Plovdiv entfernt befindet sich eine 100 m lange Felsenbrücken.

Im Nordwesten Bulgariens liegt Belogradchik. Neben 200 skurril geformten Felstürmen findet ihr eine Festung, die weiße Burg Belogradchik, die sich an die Felsen schmiegt. Von den Byzantinern erbaut, diente die Festung Ovech im Mittelalter der Verteidigung des bulgarischen Zarenreiches gegen die Osmanen. Ich selbst schaute mir u.a. die Festung Trapesiza in Veliko Tarnovo und das Kloster Drjanowo an.

Kulinarisches

Bulgarien

Bulgarien besteht zu zwei Dritteln aus Tiefebenen, die von den Flüssen Donau und Mariza mit ihren Nebenflüssen entwässert werden. Das Land hat zwei große Gebirgsketten: das Balkangebirge und die Rhodopen. Dazu hat das Land einen Zugang zum Schwarzen Meer.

Die zur Balkanküche zählende bulgarische Küche war über Jahrhunderte orientalischen und mediterranen Einflüssen ausgesetzt. Die Küche basiert auf dem in der Donauebene angebauten Getreide (v.a. Weizen und Mais, im Süden auch Reis). Bei der Viehzucht spielen Rinder und Schweine eine wichtige Rolle. Folglich sind Milch und Milchprodukte auch Bestandteile der Küche. Der bulgarische Joghurt ist durch die Bakterienkultur Lactobacillus bulgaricus bekannt. Ich selbst war von dem überbackenen Schafskäse mit Honig positiv überrascht. Es wachsen Aprikosen, Mandelbäume, Walnüsse, Esskastanien, Erdnüsse, Feigen und Weintrauben im Land. Durch den Zugang zu Flüssen und dem Schwarzen Meer werden auch Fisch und Meeresfrüchte genutzt. Dazu zählen Sprotte, Miesmuscheln, Karpfen, Tintenfisch, Kalmar und Oktopus (z.B. als Salat).

Eine typische bulgarische Mahlzeit beginnt mit einem Schopska-Salat (шопска салата), Thrakijska-Salat (тракийска салата) oder im Sommer mit der kalten Suppe Tarator (таратор). Hierzu kann bereits Rakija getrunken werden. Als typische Hauptgericht gelten Kebaptscheta (кебапчета), Tschewerme (чеверме), Kawarma (каварма) sowie andere Grillspeisen. Verbreitet sind auch Eintopfgerichte mit oder ohne Fleischeinlage. In der bulgarischen Küche sind zudem die kräftig gewürzte, hauptsächlich aus Paprika- und Tomatenpüree bestehende Ljuteniza (лютеница) sowie die besonderen Wurstarten Lukanka (луканка) und Sucuk (суджук) beliebt.

Fortbewegungsmittel

Ich selbst kam über eine Tour von Bukarest (Rumänien) in den Norden Bulgariens. Das Land verfügt über ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz. Schneller ist man mit dem Bus unterwegs. Alternativ kann man sich mit seinem eigenen Auto fortbewegen.

Berichte

Hier findet ihr meine Berichte dazu: