Indien

Südostasien

Landesinformationen

Quick Facts

  • Amtlicher Name: Republik Indien
  • Einwohner: 1,5 Milliarden (Schätzung 2025)
  • Hauptstadt: New Delhi
  • Amtssprache: Hindi und Englisch
    • und weitere 21 v.a. regional genutzte Sprachen
  • Religion: v.a. Hinduismus
  • Währung: Ausgeschrieben (Abk.)
  • Beste Reisezeit: generell Oktober bis März
    • Himalaya & Ladakh: Mai bis September

Die Indus- bzw. Harappa-Kultur zählt neben Ägypten und Mesopotamien zu den frühen Hochkulturen der Menschheit mit einer eigenen Schrift. Um etwa 2500 v. Chr. existierten dort Städte, wie Harappa, mit einer Kanalisation, Seehäfen und Bädern. Aus bislang unbekannten Gründen setzte ab 1700 v. Chr. setzte der Zerfall der Kultur ein.

Von etwa 1500 bis 500 v. Chr. schaffte die vedische Zeit die Grundlagen der heutigen Kultur. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich der Buddhismus, der rund 500 Jahre lang neben dem Hinduismus die größte Religion darstellte. Die Ausbreitung des Hinduismus und Buddhismus über Indochina bis in das heutige Indonesien hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Länder. Im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand mit dem Maurya-Reich erstmals ein indisches Großreich, welches fast den gesamten Subkontinent beherrschte.

Arabische Eroberungszüge im 8. Jahrhundert brachten den Islam nach Nordwestindien, wobei dieser erst ab dem 12. Jahrhundert größere Verbreitung erfuhr. Das Sultanat von Delhi weitete kurzzeitig seine Macht auf den Süden aus. Der Mongoleneinfall im Jahr 1398 schwächte das Sultanat, so dass die hinduistischen Regionalreiche wiedererstarkten. Erst im 16. Jahrhundert konnten sich die muslimischen Herrscher mit der Gründung des Mogulreichs erholen, welches rund 200 Jahre Bestand hatte. Hinduistische Königtümer gab es während dieser Zeit nur in Südindien. Im späten 17. Jahrhundert wurde das hinduistische Maratha-Reich gegründet, welches im 18. Jahrhundert einen großen Teil Nordindiens eroberte. Das 18. Jahrhundert war damit in Indien eine Zeit des Umbruchs, in der regionale Herrscher, europäische Handelsmächte und der Mogul um die Vorherrschaft rangen.

Nachdem Vasco da Gama den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, begann Portugal ab dem Jahr 1505 kleinere Küstenstützpunkte zur Kontrolle der Handelsrouten für den Indienhandel zu errichten. Im 17. Jahrhundert engagierten sich auch andere europäische Mächte in Indien, allen voran die Briten mit ihrer Ost-Indien-Kompanie und der Kartierung des Subkontinents. In den Jahren 1857 und 58 erhoben sich Teile der Bevölkerung Nordindiens gegen die Herrschaft der Ost-Indien-Kompanie. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurde die Ost-Indien-Kompanie aufgelöst und Indien der direkten Kontrolle durch Großbritannien unterstellt.

Am Zweiten Weltkrieg nahm Indien mit Freiwilligenarmee auf Seiten Großbritanniens teil, die im Laufe des Krieges auf über zwei Millionen Soldaten anwuchs. Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft (v.a. Gandhi und Nehru) führte im Jahr 1947 zur Unabhängigkeit. Gleichzeitig wurde der indische Subkontinent in die Staaten Indien und Pakistan geteilt. Die Teilung führte zu einer großen Vertreibungs- und Fluchtbewegung. Aus dieser Zeit stammt irgendwie auch der Kaschmir-Konflikt.

Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte

Südostasien

Indien hat alle 32 Stätten in der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe (Stand 2026). Dazu zählen mehrere Höhlen, das Fort von Agra, der Taj Mahal, der Sonnentempel in Konarak, mehrere Denkmalensembles, die Kirchen und Klöster von Goa, mehrere Altstädte, der große Tempel der Chola-Dynastie, buddhistische Monumente bei Sanchi, mehrere Gebäude in Delhi, die Gebirgseisenbahnen Indiens, den Mahabodhi-Tempelkomplex von Bodh Gaya, der archäologische Park Champaner-Pavagadh, der Chhatrapati Shivaji Bahnhof in Mumbai, die Festungsanlagen Rotes Fort, Jantar Mantar in Jaipur, die Bergfestungen von Rajasthan, der Stufenbrunnen in Patan und die archäologische Stätte von Nalanda Mahavihara in Nalanda (Bihar). Außerhalb des Weltkulturerbes gibt es natürlich auch einiges zu sehen.

Ein Überblick meiner Reise von Mumbai durch Malaysia nach Singapur fndet sich hier:

Kulinarisches

Südostasien

Die indische Küche ist regional unterschiedlich, bspw. ist die Küche im Süden tendenziell schärfer. Im Norden besteht eine Hauptmahlzeit üblicherweise aus Weizenbrot wie Chapati, Dal und Gemüsegerichten wie Blumenkohl. In Westindien, bspw. in Maharashtra, werden Mahlzeiten mit Süßspeisen wie Shrikhand (einem abgetropften Joghurtpudding) und Hauptgerichten gleichzeitig auf einem Thali serviert. Vindaloo ist ein bekannter Vertreter aus dem Westen. In Ostindien sind, wie auch in Westbengalen, Fische wie Karpfen und und Barramundi sowie Süßigkeiten wie Sandesh beliebt. Zudem ist Reis die übliche Sättigungsbeilage. Im Süden ist Dämpfen eine weit verbreitete Garmethode. Kokosnuss wird häufig genutzt. Im Großteil des Südens wird ebenfalls Reis als Sättigungsbeilage genutzt, aber manche Mitglieder der Hochzeit, die ich in Mumbai besuchte, aßen deutlich häufiger Naan oder Roti. Typische Gerichte sind bspw. Masala Dosa (hier in der schnellen Variante ohne den typischen Teig) oder Rasam (mein Favorit ist Tomato Rasam, gefolgt von Pineapple Rasam).

Südostasien

Zudem gibt es typische Streetfood-Küche mit ebenfalls regionalen Besonderheiten. In Mumbai werden beispielsweise Grilled Sandwiches und Masala Corn verkauft. Delhi ist bekannt für Kebaps, während in Kalkutta kati rolls angeboten werden. Idli und Sambar sind wohl für Chennai beliebt, auch wenn ich mehrmals welche in Mumbai aß.

Trotzdem gibt es mehrere Gemeinsamkeiten, wie die Nutzung von Hülsenfrüchten und Gemüse sowie abgestimmte Gewürze, wie Garam Masala. Zudem prägten und prägen die Geschichte und Religion die Speisen. Allgemein nimmt Fleisch einen geringen Stellenwert ein, dafür werden Linsen und andere Hülsenfrüchte häufig eingesetzt. In indischen Restaurants beispielsweise hierzulande sind v.a. Gerichte aus Punjabi (Tandoori-Gerichte wie Chicken Tandoori) und Bangladesch vorherrschend. Durch indische Einwanderer kam es zur Verbreitung indischer Gerichte in bspw. Südostasien, England und Ostafrika (u.a. am dort verbreiteten Chapati zu sehen). Zugleich entstand dadurch auch eine Art Fusion Küche.

Bei Nachspeisen schwärme ich immer noch von Kulfi, einer Art Eis, und Karotten Halwa. Allgemein sind viele indische Desserts frittierte Süßspeisen auf Basis von Zucker, Milch oder Kondensmilch. Im Osten gibt es mehr Süßspeisen auf Basis von Milchprodukten, die bspw. mit Mandel, Pistazien und Gewürzen verfeinert werden. Ein Dessert, welches es auf mehrere Speisekarten in Deutschland schaffte, ist Gulab Jamun.

Lassi ist ein bekanntes, traditionelles Getränk aus Indien, das auf Joghurt basiert. Es kann mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, aber auch mit Zucker, Rosenwasser, Mango, Zitrone, Erdbeere und Safran aromatisiert werden. Vor Ort bekam ich v.a. eine salzige, würzige Version. In Mumbai faszinierte mich eine Kiwi-Limo so sehr, dass ich sie mehrmals nachmachte.

Fortbewegungsmittel

In Mumbai bewegte ich mich fast immer mit dem Auto vorwärts. Tuk Tuks waren eine Ausnahme. Weitere Optionen im Land sind Züge, Flüge und Busse.

Berichte

Hier findet ihr meine Berichte aus Indien: