Marokko

Marrakesch

Landesinformationen

Quick Facts

  • Amtlicher Name: Königreich Marokko
  • Einwohner: gut 38 Millionen (Schätzung 2025)
  • Hauptstadt: Rabat
  • Amtssprache: Arabisch und Tamazight (Berberisch)
  • Religion: Islam
  • Währung: Marokkanischer Dirham (MAD)
  • Beste Reisezeit: Herbst bis Frühling, aber kommt letztlich auf die Aktivitäten und Gegend an

Im 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelten Berber-Stämme das Gebiet des heutigen Marokko, die durch einen Zusammenschluss wahrscheinlich im 4. Jahrhundert v. Chr. das Königreich Mauretanien im Landesinneren gründeten. Vom 12. Jahrhundert v. Chr. an gründeten die Phönizier an der Küste Handelsniederlassungen. Am bekanntesten dürfte Karthago im Gebiet des heutigen Tunesiens sein. Nach der Zerstörung Karthagos gerieten die Handelsniederlassungen und das Königreich Mauretanien unter römischen Einfluss. In der Folge errichteten die Römer zum Schutz gegen die Berber-Stämme einen Grenzwall (Limes Mauretaniae). Vandalen und oströmische Gruppen beschränkten sich auf Tanger und Ceuta.

Um das Jahr 700 erreichten die Araber bei ihren Vorstößen nach Westen die Gegend und begannen mit der Islamisierung der unterworfenen Bevölkerung. Es kam zu zahlreichen Berberaufständen. Im Jahr 789 begründete Mulay Idris die Dynastie der Idrisiden mit der Hauptstadt Fès. Von 1062 bis 1147 herrschten Almoraviden mit ihrer Hauptstadt Marrakesch. Die anschließenden Almohaden (bis 1269) machten Marokko zum Herzstück ihres Reiches, das bis nach Sizilien reichte. Die Herrschaft der Meriniden nutzte Fès als Hauptstadt. Die Wattasiden übernahmen ab dem Jahr 1420 stellvertretend die Regentschaft, die sie 45 Jahre später in Gänze erhielten. Die Küstenstädte des Maghreb gerieten in dieser Zeit unter die Kontrolle Portugals und anschließend Spaniens und letztlich stießen die Osmanen vor.

Während die Macht der Wattasiden erodierte, erstarkten im Süden die Saadier. Im Jahr 1541 eroberten sie Agadir von den Portugiesen zurück. Mit der Eroberung von Fès im Jahr 1549 konnten sie die Oberhoheit über das Land erlangen. Es dauerte noch knapp 30 Jahre, bis das Land wirtschaftlich und politisch stabilisiert war. Im Jahr 1669 ging die Macht an die Dynastie der Alawiden über, die bis heute in Marokko herrscht. Die Alawiden befreiten nach und nach die Städte, die noch unter portugiesischer oder spanischer Herrschaft waren und nutzten zum Aufbessern ihrer Kassen die Piraterie. Nachdem Marokkos Piraterie nie ganz zum Erliegen kam und der Widerstand gegen die Besetzung Algeriens durch Frankreich unterstützt wurde, versuchte Frankreich, seinen Einfluss auf Marokko weiter auszudehnen. In den Jahren 1843 und 44 kam es zum Krieg, der mit einer Niederlage der marokkanischen Truppen endete. Ein paar Jahrzehnte später wurde Marokko in eine französisch-marokkanische, eine spanisch-marokkanische (im Norden) und eine internationale Zone eingeteilt. Rein formal blieb der Sultan Herrscher Marokkos.

Sultan Mohammed V. stand im Zweiten Weltkrieg auf Seiten Frankreichs. Amerikaner und Briten landeten am 8. November 1942 u.a. in Casablanca und beendeten damit die Kontrolle von Vichy-Frankreich über Marokko. In dieser Zeit konnte die Unabhängigkeitsbewegung an Einfluss gewinnen. Anfang der 1950er Jahre kam es zu Spannungen zwischen dem Sultan und der französischen Protektoratsverwaltung. Im August 1953 wurde der Sultan nach Madagaskar verbannt und sein Onkel Muhammad Mulay ibn Arafah als Sultan eingesetzt. Durch die Welle der nationalen Empörung gegen die Fremdherrschaft konnten Frankreich und Spanien ihre Protektoratsmacht nicht mehr aufrechterhalten. Muhammad V. konnte nach Marokko zurückkehren. Die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte das Land im Jahr 1956 – mit Ausnahme der spanischen Enklaven Ceuta, Melilla und bis 1969 Sidi Ifni.

Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte

Marrakesch

Marokko bietet eine Bandbreite von historischen Medinas, Altstädten, mit bunten Souks über Sandstrände (z.B. bei Agadir) bis hin zu Gebirgszügen (Atlas-Gebirge) und der Sahara.

Der zentrale Platz Djemaa el-Fna in der ehemaligen Königsstadt Marrakesch ist auch bekannt als der Platz der Gaukler. Von diesem ist es nicht weit zu den Souks, wo man Essen, Gewürze, Kleidung oder Souvenire erstehen kann. Weitere Sehenswürdigkeiten in Marrakesch sind die Koranschule Medersa Ben Youssef, der Bahia Palast und der Jardin Majorelle.

In Fez stammt das Stadttor der ehemaligen Königsstadt Fes, Bab Bou Jeloud, aus der Kolonialzeit. Vom Tor gelangt man in die verwinkelte Medina mit der islamischen Hochschule Medersa Bou Inania, die auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die Al-Qarawiyin-Moschee in Fez ist die wichtigste Moschee des Landes.

Rabat ist eine weitere ehemalige Königsstadt und zugleich Hauptstadt des Landes. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rabat ist die Kasbah des Oudaïas, eine alte Festung, die neben der Medina liegt. Hinter den Mauern befinden sich das Andalusische Viertel und der dazugehörige Garten. Die Ruinen der Totenstadt Chellah lassen den römischen Ursprung erkennen.

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der ehemaligen Königsstadt Meknès ist das Stadttor Bab Mansour, welches unter französischer Kolonialherrschaft restauriert wurde. Die City Imperiale ist ein Überbleibsel aus der Zeit, in der ein Sultan die Stadt gründete und zum Standort seiner Regierung machen wollte.

Auch außerhalb der vier Königsstädte gibt es einiges zu sehen. Die Straße der 1000 Kasbahs führt durch den Südosten Marokkos zu zahlreichen Festungen, wie Ouarzazate und Ait Ben Haddou (bekannt durch Game of Thrones). Essaouira ist wunderschön am Meer gelegen und besitzt als „weiße Stadt“ eine knuffige Medina mit blauen Fensterläden. Die Stadt Casablanca ist durch den gleichnamigen Film ein Begriff. Sie besitzt mit der Hassan-II.-Moschee die einzige Moschee im Land, die auch von Nicht-Muslimen besucht werden darf. Ganz im Norden Marokkos liegt die Stadt Tanger. Bei gutem Wetter kann man von hier aus Spanien sehen. Die Stadt Chefchaouen ist berühmt durch seine blauen Fassaden der Häuser.

Kulinarisches

Marrakesch

Die marokkanische Küche ist eine Mischung aus berberischen, arabischen, andalusischen und französischen Einflüssen. Besonders bekannt sind Tajine-Gerichte, also Schmorgerichte (z.B. Fleisch oder Gemüse) in der typischen spitz zulaufenden Tajine-Tonform. Manchmal kommen dabei Oliven oder Salzzitronen zum Einsatz. Häufig gibt es Couscous, ein gedämpfter Hartweizengrieß, dazu. Harira ist eine reichhaltige Suppe aus Linsen, Kichererbsen, Tomaten und meist etwas Fleisch oder Kräutern, die gerne im Ramadan zum Fastenbrechen gegessen wird. An der Küste erhält man Fisch, wie Sardinen, die gegrillt werden. Gewürzt wird bspw. mit frischen Kräutern, Safran und Ras el Hanout.

An die Gepäckteilchen kann ich mich noch gut erinnern. Genauer gesagt fallen mir zumindest zwei mit Namen ein. Kaab el Ghazal sind gefüllte Halbmonde und einmal hatten wir Mille Feuille. Zum Frühstück konnte ich zudem Pfannkuchen futtern. Minztee ist von den Straßen und Cafés – und vermutlich zu Hause – nicht wegzudenken. Außerdem schmeckt Orangensaft deutlich frischer und kräftiger als hierzulande.

Fortbewegungsmittel

Ich selbst nutzte auf meinen Reisen das Auto bzw. Taxi. Alternativen sind Bus, Zug und Flugzeug.

Berichte

Hier findet ihr meine Berichte zu Marokko: