Landesinformationen
Quick Facts
- Amtlicher Name: Republik Serbien
- Einwohner: 6,6 Millionen (Schätzung 2025)
- Hauptstadt: Belgisch
- Amtssprache: Serbisch
- Religion: Serbisch-orthodox
- Währung: Dinar (RSD)
- Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst
Der Staat Serbien wurde das erste Mal im Jahr 822 bei Einhard, dem Biographen Karls des Großen, erwähnt. Nach der Verwüstung des Landes durch Ungarn, fiel Serbien grob zwischen den Jahren 950 und 1050 unter die direkte, danach indirekte Herrschaft von Byzanz. In der Region Raszien übernahmen die Nemanjiden die Führung, mit denen Serbien zu einer regionalen Großmacht wurde. Unter Zar Dušan erreichte das serbische Reich den Höhepunkt seines politischen Einflusses und seiner Ausdehnung. Am Ende des 14. Jahrhunderts drängten die Türken nach Serbien vor. Trotz mehrerer gewonnenen Schlachten musste sich Serbien im Nachgang an die Amselfeldschlacht geschlagen geben. Serbien blieb bis ins Jahr 1804 ein Teil des Osmanischen Reiches.
Erst ein Aufstand im Jahr 1804 schaffte es, Serbien teilweise zu befreien. Das Gebiet wurde neun Jahre später von den Osmanen zurückerobert. Der zweite serbische Aufstand führte dazu, dass Serbien ein teilweise autonomes Fürstentum unter osmanischer Oberhoheit wurde. Im Jahr 1867 zwang Fürst Mihailo Obrenović die letzten osmanischen Truppen, das Land zu verlassen. Im Jahr 1882 wurde das Fürstentum Serbien zum Königreich erklärt. Ungefähr zur ähnlichen Zeit wurden auch andere Balkanstaaten unabhängig von den Osmanen. In der Folge gab es mehrere Kriege, wie den Balkankrieg, um Gebiete.
Serbien, in gewissem Grad Auslöser des Ersten Weltkriegs durch den Geheimbund Schwarze Hand, hatte u.a. die Vereinigung aller südslawischen Völker in einem gemeinsamen Staat als Ziel. In einer koordinierten Offensive griffen österreichische, bulgarische und deutsche Truppen Serbien von drei Seiten an. Im besetzten Land führten die Mittelmächte ein strenges Besatzungsregime. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen unter der Führung des serbischen Königs gegründet. Auch Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Dalmatien und Slawonien gehörten dazu. Nach Erstarken nationaler Bewegungen führte König Alexander I. im Jahr 1929 die Königsdiktatur ein und benannte den Staat in Jugoslawien um. Im Zweiten Weltkrieg wurde Belgrad 6. April 1941 von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Das Land wurde weniger Tage später besetzt und von den Siegern aufgeteilt. Ein Rumpfserbien fiel an das deutsche Reich. Bis zum Sommer 1941 entwickelte sich ein umfangreicher Partisanenkrieg gegen die Besatzer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Serbien eine von sechs Teilrepubliken des kommunistischen Jugoslawien unter dem ehemaligen Partisanen Tito. Im Jahr 1974 erfolgte die Teilung Serbiens in das engere Serbien (Zentralserbien) und die weitgehend autonomen Provinzen Vojvodina und Kosovo. Die Schwerindustrie wurde aus militärstrategischen Gründen in das Landesinnere nach Serbien und Bosnien angesiedelt.
Mit dem Austritt Sloweniens – und Kroatiens sowie später Bosnien-Herzegowinas – aus dem Bund der Kommunisten im Jahr 1990 wurde der angehende Zerfall Jugoslawien deutlich. Das anschließende geheime Karađorđevo-Abkommen zwischen Milošević und Tuđman vom Frühjahr 1991 sah eine Teilung Bosniens zwischen Kroatien und Serbien beim Zerfall Jugoslawiens vor. Wegen ethnischen Säuberungen wurde ein Handelsembargo durch die UNO verhängt. Der Bosnienkrieg ist eine Geschichte für sich, die ich an einer anderen Stelle aufgreifen möchte. Nach Ende des Bosnienkriegs blieb der Status der Provinz Kosovo die letzte große Frage. Die zunehmend gewalttätigeren Unruhen im Kosovo versuchte die serbische Führung mit polizeilichen und militärischen Mitteln zu beenden. Auch dies ist ein eigenes Kapitel. Nach 78 Tagen Krieg ordnete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Sommer 1999 eine internationale zivile Übergangsverwaltung und eine Sicherheitspräsenz der NATO im Kosovo an. Zwei Jahre später wurde Slobodan Milošević an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert. Wie ich nachlas, sind im Gegensatz zu meinem Besuch kaum mehr Gebäude mit Bombenschäden in Belgrad als Mahnmal vorhanden.
Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte
Fast ein Viertel der Einwohner leben in Belgrad. Die Stadt ist bekannt für historische Sehenswürdigkeiten wie ihre Festung Kalemegdan (im Foto), den Dom des Heiligen Sava, das Nikola Tesla Museum und ihr Nachtleben (hierfür wurde mir der Sommer empfohlen).
Aktuell sind drei bzw. vier Kulturstätten des Landes in der Liste des UNESCO-Welterbes gelistet. In der Stadt Stari Ras steht mit der Peterskirche (Petrova crkva) die älteste des Landes. Das Kloster Studenica gilt als die Wiege des serbischen Königreiches im Mittelalter. Ferner gehört Gamzigrad-Romuliana, der Palast des Galerius dazu. Nachdem Serbien den Kosovo nicht anerkennt, ich das Land aber gesondert aufführe, werden die mittelalterlichen Klöster und Kirchen in Kosovo, insbesondere das Kloster Gračanica, das Kloster Visoki Dečani, das Patriarchenkloster Peć und die Kathedrale Bogorodica Ljeviška eben zweimal aufgeführt.
Daneben stehen einige Burgen in Serbien. Die zweitgrößte Stadt Novi Sad liegt knapp 100 km nördlich von Belgrad. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Petrovaradin-Festung, die über der Donau thront und einst als das Gibraltar der Donau galt. Die Stadt Smederevo liegt 63 km südöstlich von Belgrad und bietet ebenfalls eine imposanten Festung. Die am Donauufer gelegene Smederevo-Festung wurde im 15. Jahrhundert als letzte große serbische Anlage erbaut. Die Stadt Niš ist die drittgrößte Stadt des Landes, liegt in Südserbien und besitzt ebenfalls eine Festung. Die Festung am Ufer der Nišava entstand im frühen 18. Jahrhundert und zählt zu den schönsten und besterhaltenen Festungen auf dem Zentralbalkan.
Passend zur Geografie bietet das Land auch viel Natur. Der Fluss Uvac schlängelt sich durch den Südwesten des Landes. Das Naturreservoir bietet auch malerische Seen und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. In der Rsava-Höhle können Tropfstein, Wasserfälle aus Flussstein und Steinhallen bestaunt werden. Die Đerdap-Schlucht ist die längste und größte Schlucht Europas. Die Schlucht wird durch das sogenannte Eiserne Tor betreten. In der Teufelsstadt Đavolja Varoš entstanden über 200 zwei bis 15 m hohe Erdpyramiden durch natürliche Erosion. Der Nationalpark Tara ist einer von fünf Nationalparks des Landes und hebt sich durch serbische Fichtenwälder von den anderen ab.
Kulinarisches
Die Landschaft Serbiens setzt sich aus zwei Typen zusammen, die durch die Save-Donau-Linie geteilt werden. Nördlich der Save- und Donau-Ebene liegt die Vojvodina, ein Tiefland mit fruchtbaren Boden. Südlich von Save und Donau ist das Land in Zentralserbien überwiegend gebirgig. Hier wurden traditionell bspw. Schafe gehalten. Die serbische Küche zählt zur Balkanküche. Sie wurde durch die Küche der Nachbarländer, der österreichischen Küche und insbesondere der türkischen Küche sowie durch die Gegebenheiten vor Ort geprägt. Trotz das fruchtbare Tiefland waren die Gegebenheiten vorteilhafter für Tierhaltung und Getreide, was zu einer eher fleischlastigeren Küche führte.
Neben für die Region bekannten Fleischgerichte Ćevapčići (ćevapi; im Land gibt es mehrere Varianten davon! nachgemacht als Burger), Pljeskavica und Ražnjići, die auch in Serbien vorkommen, gibt es auch landestypischere Spezialitäten wie Karađorđeva šnicla (länglich gerolltes, paniertes und gebackenes Schnitzel, gefüllt mit bspw. Käse), paprikaš (Paprikasuppe) oder die Mućkalica (Eintopf mit gegrillten Fleischsorten und Gemüse). Ich war von der Auswahl an leckeren Vorspeisen (siehe Foto) positiv überrascht. Strudel ist auch in Serbien bekannt, nachgemacht in einer Kirschvariante. Daneben gibt es Baklava, Kompot, Kitnikes, Maronidessert und viele weitere Nachspeisen. Rakija und Šljivovica gehören zu den bekannten Obstbränden des Landes.
Fortbewegungsmittel
Ich selbst war nur in Belgrad und nutzte dort Bus und Taxi. Bei meiner Recherche zu möglichen Reisen von Belgrad aus kam ich auf mehrere Bahnstrecken. Zudem fahren Busse. Alternativ kann auch das Auto genutzt werden.
Berichte
Hier findet ihr meine Berichte zu Serbien:



