Landesinformationen
Quick Facts
- Amtlicher Name: Kanada
- Einwohner: 40,1 Millionen (2023)
- Hauptstadt: Ottawa
- Amtssprache: Englisch, Französisch
- Religion: am ehesten christlich
- Währung: Kanadischer Dollar (CAD)
- Beste Reisezeit: ganzjährig, je nach Aktivität
First Nations besiedelten Nordamerika vor mindestens 12.000 Jahren. Vor rund 5000 Jahren folgten ihnen die Inuit. Wer will, kann mehr über die einzelnen Perioden nachlesen. Jedenfalls wurden im Lauf der Zeit die Dörfer größer und zahlreicher. Die Kultur war von Plankenhäusern, Schnitzwerken (Wappen- oder Totempfählen), komplexen Zeremonien und Clanstrukturen gekennzeichnet. Um das Jahr 1000 setzte sich eine erneute Wanderung von Alaska nach Grönland in Bewegung. Aus der Vermischung der Kulturen ging wohl die Thule-Kultur hervor, deren Angehörige als Vorfahren der heutigen Inuit gelten.
Erste europäische Siedler (Wikinger) erreichten Nordamerika spätestens um das Jahr 1000. Als Entdecker Nordamerikas gilt Giovanni Caboto, der am 24. Juni 1497 auf Neufundland anlandete und das Land für England in Besitz nahm. Eine Expedition unter Jacques Cartier erkundete in den Jahren 1534 und 35 das Gebiet um den Sankt-Lorenz-Golf und den Sankt-Lorenz-Strom und erklärte das Gebiet zu französischem Besitz. Mit Port Royal (heute Annapolis Royal) und Québec gab es zu Anfang des 17. Jahrhunderts die ersten dauerhaften Ansiedlungen in Neufrankreich.
Unterdessen gründeten Engländer ab dem Jahr 1610 Siedlungen auf Neufundland. Zwischen den Jahren 1689 und 1763 kam es in Nordamerika zu vier bewaffneten Konflikten zwischen Briten und Franzosen. Der Quebec Act war eines der unerträglichen Gesetzen, die zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten führten. Mit den Flüchtlingen angewachsen, wurde die Provinz Québec in Nieder- und Oberkanada mit unterschiedlichen Sprachen geteilt. Nach einer Rebellion wurden beide Provinzen in der Provinz Kanada mit Amtssprache Englisch vereint. Durch die Sezessionskriege in den USA wurde als Gegengewicht die Provinz wieder in Ontario und Québec geteilt. Weitere Provinzen folgten. Neufundland trat im Jahr 1949 nach einer langen politischen und wirtschaftlichen Krise als letzte Provinz der kanadischen Konföderation bei.
Mit den First Nations schloss Kanada elf Verträge, die ihnen Reservate zugewiesen. Dennoch versuchte man bis in die 1960er Jahre, sie zwangsweise zu assimilieren, verbot Schülern den Gebrauch ihrer Muttersprache. und sie durften nicht an Parlamentswahlen auf nationaler Ebene teilnehmen.
Bei den Verhandlungen zum Friedensvertrag von Versailles trat Kanada als eigenständiger Staat auf. Das Statut von Westminster aus dem Jahr 1931 garantiert Kanadas gesetzgeberische Unabhängigkeit, jedoch bleiben verfassungsrechtliche Bindungen an Großbritannien bestehen. Die formale Unabhängigkeit kam erst im Jahr 1982. Im Jahr 1939 erklärte Kanada dem Deutschen Reich den Krieg; kanadische Soldaten waren insbesondere an den Kämpfen um die Befreiung der Niederlande involviert. Im Jahr 1965 wurde die neue Ahornblattflagge eingeführt. Seit 1969 ist Kanada offiziell ein zweisprachiger Staat.
Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte
Kanada bietet mit 38 Nationalparks, darunter den Banff-Nationalpark, den Glacier-Nationalpark und den Jasper Nationalpark, zehn Reserves und unzählige Regionalparks viele Möglichkeiten, die Natur zu erkunden. Das wichtigste Gebirge sind die kanadischen Rocky Mountains, die sich über die Provinzen British Columbia und Alberta erstrecken und bspw. zum Wandern einladen. In Kanada entspringen zudem der Yukon River und der längere Mackenzie River.
Der Eriesee (Lake Erie), der Huronsee (Lake Huron), der Michigansee (Lake Michigan), der Obere See (Lake Superior) und der Ontariosee (Lake Ontario) sind die Großen Seen (Great Lakes) im Süden Kanadas und im Norden der USA. Zwischen dem Eriesee und dem Ontariosee liegen die Niagarafälle, die zu keinem Nationalpark gehören. Der Sankt-Lorenz-Strom verbindet die Großen Seen mit dem Atlantik. Im Fluss nahe der Stadt Kingston (ONT) liegen die Thousand Islands (ja, genau, das Dressing ist bekannt), eine Gruppe von Unmengen an kleinen und kleinsten Inseln, die eine oft besucht werden.
Bekannte Reiserouten sind der Alaska Highway (British Columbia bis Alaska), der Icefields Parkway (durch die kanadischen Rocky Mountains), der Trans-Canada Highway (West-Ost-Verbindung), kürzere Fernstraßen wie der Klondike Highway (Goldrausch) und Routen im Osten zu den Niagarafällen und Thousand Islands.
Zudem haben Städte weitere Sehenswürdigkeiten anzubieten. Dawson City ist eine Stadt im Yukon, bei der Gold gefunden wurde. Einige Gebäude stammen noch aus dieser Zeit. Zudem gibt es ein Jack London Museum. In der kleinen Siedlung indigener Tr’ondek Hwech’in Moosehide wird alle zwei Jahre das zweitägige Moosehide Gathering veranstaltet.
Calgary hat in der Altstadt ebenfalls einige ältere Gebäude, zudem können mehrere Museen besucht werden. Die Heritage Park Historical Village ist ein lebendes historisches Städtchen mit Gebäuden von Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts u.a. mit historischer Eisenbahn. Nicht weit weg gibt es in Edmonton den Fort Edmonton Park, ein Living-History-Museum mit historischen Original- und Nachbauten aus der Geschichte Edmontons seit dem Jahr 1846.
Mir persönlich hat Halifax sehr gut gefallen. Es bietet bspw. eine Zitadelle (siehe Foto), das Canadian Museum of Immigration at Pier 21, welches ich unbedingt noch sehen möchte, das Atlantic Canada Aviation Museum und das Maritime Museum of the Atlantic. Beliebte Ausflugsziele sind Peggy’s Cove, Lunenburg, welches in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde, und Grand-Pré National Historic Site, ebenfalls gelistet.
Von Parc du Mont-Royal hat man einen guten Ausblick auf Montréal. Auch sehenswert sind Vieux-Montréal (Altstadt), Notre-Dame Basilica, Quartier Latin und die Underground City. Der Jardin botanique de Montréal soll ebenfalls empfehlenswert sein. Ein übliches Ausflugsziel von Touristen ist Sucrerie de la Montagne, eine Ahornsirup-Farm mit Vorführungen und kleinem Restaurant.
In der Altstadt von Ottawa stehen neben dem Parlament zahlreiche Regierungsgebäude und Firmengebäude. Canadian War Museum bietet einen Überblick über die geführten Kriege. Der Rideaukanal, der den Ottawafluss mit dem Ontariosee verbindet, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ufer des Kanals sind als Spazier- und Fahrradwege angelegt. Im Winter kann man auf dem zugefrorenen Kanal Schlittschuhlaufen.
Touristischer Hauptanziehungspunkt von Québec ist die Altstadt, Vieux Québec, bestehend aus historischer Oberstadt und darunter liegende Unterstadt. Dort liegt das wie ein Schloss anmutende Château Frontenac, welches ein Luxushotel ist. In der Nähe der Stadt liegt der Park Montmorency mit zugehörigem Wasserfall. Daneben bietet Québec weitere Ziele in der Natur.
Toronto liegt am nordwestlichen Teil des Ontariosees und wird daher auch als ein möglicher Ausgangspunkt für die Besichtigung der Niagarafälle genutzt. Zu den Attraktionen der Stadt selbst zählen CN Tower, Steam Whistle Brewery, Toronto Island, Hockey Hall of Fame, Black Creek Pioneer Village und die verschiedenen Märkte wie St. Lawrence Market und Kensington Market.
Vancouver liegt als Hafenstadt am Pazifik. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören mehrere ältere Gebäude, Harbour Centre, Canada Place, Granville Island (siehe Foto) und der Stanley Park mit den Brockton Point Totem Poles. In der Nähe der Stadt sind die Capilano Suspension Bridge, der Grouse Mountain, Whistler und Vancouver Island beliebte Ausflugsziele.
Whitehorse ist durch seine Lage am Yukon-River im Sommer ein beliebtes Ziel. Das Yukon Transportation Museum das Old Log Church Museum, das MacBride Museum of Yukon History und die SS Klondike erzählen mehr zur Geschichte der Gegend. Als Einstieg in die Natur bietet sich der Miles Canyon an, bevor es in den Yukon Wildlife Preserve geht.
Hier findet ihr einen Überblick der Kreuzfahrt, die in Montréal startete und in New York endete:
Kulinarisches
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen, vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima. Es überwiegt das boreale Klima mit langen, kalten Wintern und kurzen, heißen Sommern. Südlich der Baumgrenze schließt sich (nach der Tundra) eines der größten Nadelwaldgebiete der Welt an. Neben Nadelholz wächst auch Ahorn, was zur bekanntesten Spezialität, Ahornsirup, führte. Daneben gibt es u.a. Beeren, Pilze und Wild. Durch die vielen Seen und Flüsse werden Fische und Hummer ebenfalls häufig genutzt. Auf dem Markt von Granville Island fand ich Salmon Jerky, den ich nachmachte. Gemüse und Obst ist für europäische Verhältnisse vermutlich wegen der klimatischen Bedingungen teuer, auch wenn ich die Auswahl im Markt auf Granville Island faszinierend fand. Käse ist mit Ausnahme von Cheddar auch eher teurer. Dafür gibt es auch eine Spezialität, die mit frischem Käse hergestellt wird: Poutine. Im Foto ist eine Variante mit Pulled Pork zu sehen. Beim zu Hause nachmachen verwendete ich hierfür meist Mozzarella. Mitgebracht hatte ich Frankenballs und Pumpkin Pie sowie Camembert nach Cape Breton Art. Die klimatischen und geografischen Besonderheiten prägen die Küche genauso wie die Einwanderer, wodurch man die Küchen der Welt in Kanada findet. Ein typisches Beispiel sind die Chinatowns. In Kanada wird auch Wein angebaut. Besonders überrascht hatte mich Ice Cider. Daneben gibt es mehrere Microbreweries mit Craft Beer.
Fortbewegungsmittel
Wenn man das Land bereisen will, empfiehlt es sich entweder ein Auto oder Wohnmobil zu mieten oder mit dem Bus, wie von Greyhound oder kleineren Anbietern, zu fahren. Das Eisenbahnnetz beschränkt sich außer im Osten auf wenige touristische Strecken und ist tendenziell teurer. Highlight ist die Reise im The Canadian zwischen Toronto und Vancouver.
Berichte
Hier findet ihr meine Berichte dazu:














