Island-Krimi trifft indische Küche

Das letzte Mal, als ich von Rom wieder zurück nach München flog, hatte ich noch ein wenig Zeit und stöberte in einem Buchladen. Das einzige Buch, was mich interessierte, war der letzte Band von Arnaldur Indridasons Kommissar Erlendur Island-Krimi-Reihe**. Irgendwie faszinierte mich der Klappentext zu sehr. Schlussendlich kaufte ich mir das Buch, verschlang es und kaufte nach und nach die anderen Bände. Nachdem ich kurz darauf beschloss Weihnachten in Reykjavik zu verbringen, wanderten ein paar Bände auf meinem ebook-Reader. Die Geschichten sind weniger die typischen Krimis, sondern haben auch noch eine sozialkritische Seite; ebenso bei Frevelopfer**.
In diesem Buch ermittelt Erlendurs Kollegin Elínborg, die übrigens gerne kocht. Frevelopfer ist, wie der Name schon zeigt, keine einfache Kost (siehe Rückseite):
In einer Wohnung mitten in Reykjavik wird ein Mann tot aufgefunden – mit durchgetrennter Kehle. Der Täter scheint das Opfer gekannt zu haben, denn nichts weist auf einen Einbruch hin. Kommissarin Elínborg findet am Tatort einen Kaschmirschal, der einen merkwürdigen Geruch verströmt, und in der Jackentasche des Opfers eine Vergewaltigungsdroge. Erlendurs Kollegin ahnt, dass der Mord die Rache für ein brutales Verbrechen war. Und ihm Freveltaten vorausgingen, die nie gesühnt werden können…
Island-Krimi trifft indische Küche
Der Kaschmirschal mit dem merkwürdigen Geruch bringt die Kommissarin auf ein weiteres Opfer:
Elínborg zerbrach sich den Kopf über das Tuch mit dem Tandoori-Geruch, das man in der Wohnung von Runólfur gefunden hatte. Es war kein Beweis dafür, dass eine Frau bei ihm gewesen war, als er überfallen wurde, oder dass eine Frau ihn ermordet hatte…
Elínborg kocht sehr gerne und kann daher den merkwürdigen Geruch auf Tandoori zurück führen. Selbst hat sie Tandoori-Töpfe und weiß:
Die entscheidende Rolle für das Gelingen des Gerichts spielte die Marinade. Elínborg vermischte dazu verschiedene Gewürze in bestimmten Mengenverhältnissen mit Naturjoghurt: Für eine rötliche Färbung verwendete sie gestoßene Annatto-Samen, für eine gelbe Safran. Meistens experimentierte sie mit einer Mischung aus Cayennepfeffer, Koriander, Ingwer und Knoblauch, manchmal auch mit dem indischen Garam Masala, das sie aus gemahlenem Kardamom, Kreuzkümmel, Zimt, Knoblauch, schwarzem Pfeffer und ein wenig Muskat herstellte. Sie hatte auch mit gutem Erfolg isländische Kräuter und Gewürze beigemischt, beispielsweise Arktischen Thymian, Engelswurz, Löwenzahnblätter und Liebstöckel. Sie rieb das Fleisch, meist Hühnchen oder Schweinefleisch, mit der Marinade ein und ließ es einige Stunden ziehen, bevor sie den Tontopf aus dem Schrank holte. (S. 57 f.)
Schon alleine bei der Aufzählung der Gewürze lief mir das Wasser im Mund zusammen. Die Kombination von indischem Gericht mit isländischen Gewürzen und Kräutern fand ich faszinierend. Vom Aufenthalt in Reykjavik habe ich schließlich noch Blüten vom arktischen Thymian, Rauchsalz und vieles mehr.
Als man beim Regional Markt wieder Les Bleues Hähnchenfleisch bestellen konnte, schlug ich zu. Das Hähnchenfleisch ist etwas teurer, aber schmeckt richtig angenehm. Zudem werden auch die Gockel aufgezogen, was ich als Pluspunkt sehe (Bericht von Regional Markt). Zu dem Thema gibt es einen guten Beitrag aus der ZDF Mediathek, wie ich auf meiner Facebook-Seite bereits berichtete.
Den speziellen Tandoori-Topf habe ich zwar nicht, aber im Backofen kann man das Gericht auch zubereiten.
Island-Krimi trifft indische Küche
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Hähnchen-Tandoori
Menüart Hähnchen
Küchenstil Indisch
Portionen
Portionen
Zutaten
Menüart Hähnchen
Küchenstil Indisch
Portionen
Portionen
Zutaten
Anleitungen
  1. Die Hähnchenbrust abtupfen.
  2. Die Knoblauchzehe zerdrücken und den Ingwer schälen sowie klein hacken. Anschließend den Knoblauch, Ingwer und das Tandoori-Gewürz mit dem Joghurt verrühren. Dazu die Blüten vom arktischen Thymian, den Pfeffer sowie das Rauchsalz geben. Einen Spritzer Limettensaft ebenso in den Joghurt rühren. Nach Belieben noch 1 TL Honig geben.
  3. Den Joghurt in entweder eine verschließbare Schüssel oder in einen verschließbaren Gefrierbeutel geben. Die Hähnchenbrust dazu legen und gut mit Joghurt umschließen lassen. Die Hähnchenbrust für mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  4. Den Backofen auf etwa 200°C vorheizen. Eine Auflaufform einfetten und das Hähnchen zusammen mit der Joghurt-Marinade hineingeben. Die Auflaufform für etwa 20-30 Minuten in den Backofen schieben. In den letzten 5 Minuten die Grillfunktion einschalten.
  5. In der Zwischenzeit den Reis (am besten Basmatireis, bei mir Jasminreis) zubereiten.
  6. Das Hähnchen aus dem Ofen nehmen und zusammen mit Reis und den Limettenscheiben servieren.
Rezept Hinweise

Die Marinade ist auch mitsamt den isländischen Kräutern und Gewürzen gut gelungen. In der Küche weht immer noch ein Tandoori-Geruch, wobei ich das nächste Mal das Tandoori-Gewürz wieder selbst herstellen werde. Diesmal hatte ich noch ein Tütchen daheim, was ich geschenkt bekommen hatte. Langsam aber sicher kann ich Elínborgs Leidenschaft für selbst gekochtes Tandoori verstehen.

Island-Krimi trifft indische Küche
Die Marinade ist auch mitsamt den isländischen Kräutern und Gewürzen gut gelungen. In der Küche weht immer noch ein Tandoori-Geruch, wobei ich das nächste Mal das Tandoori-Gewürz wieder selbst herstellen werde. Diesmal hatte ich noch ein Tütchen daheim, was ich geschenkt bekommen hatte. Langsam aber sicher kann ich Elínborgs Leidenschaft für selbst gekochtes Tandoori verstehen.
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Island-Krimi trifft indische Küche

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4 Kommentare

  1. toll, wie Island Indien trifft!!
    die Stelle im Buch ist mir auch aufgefallen, ich kenne alle Indridason-krimis und lese sie am liebsten an heißen Sommertagen, das kühlt so schön ab 😉
    lg

  2. Die Krimis von Indriðason mag ich auch ganz gerne, habe aber schon länger keinen mehr gelesen. Und die Kombination von arktischem Thymian (wie schmeckt der denn?) mit den indischen Gewürzen macht wirklich total neugierig. Vielen lieben Dank für deine Teilnahme!

  3. Hallo Shermin,
    vielen Dank für die tolle Zusammenfassung! Der arktische Thymian schmeckt finde ich noch intensiver und kräftiger als normaler Thymian. Auch das Rauchsalz passte, fand ich, zum Gericht. Es ist nicht zu kräftig, aber gab ein klein wenig Raucharoma ab.
    Für die nächste Runde habe ich mir schon etwas überlegt *grins*
    Viele Grüße, Daniela

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