Rasam

Ich lese überraschend viel auf dem Weg in die Arbeit. Nachdem ich eine halbe Stunde in einer U-Bahn verbringe eigentlich auch kein Wunder. Von Geo Epoche über Kochbücher bis hin zu zigtausenden ebooks ist alles dabei. Eher durch Zufall kam ich zum Buch Serving Crazy with Curry**. Das englische ebook gab es eine kurze Zeit kostenlos und nachdem mich der Titel neugierig gemacht hat, lud ich es herunter.

In dem Buch von Amulya Malladi geht es um eine indische Familie, die in den USA lebt. Während Mutter Saroj und die ältere Tochter Shobha eher traditionell sind, versuchen der Mann, die jüngere Tochter Devi und die Oma, die ab und zu zu Besuch ist, moderner zu leben. Anfangs scheint es, als wäre alles in der Familie in Ordnung, bis Devi einen Selbstmordversuch unternimmt, sie ausgerechnet von ihrer verhassten Mutter gefunden wird und sich anschließend weigert zu sprechen. Zur Genesung kommt sie in das Haus ihrer Eltern. Je besser es ihr geht, desto mehr interessiert sie sich fürs Kochen. Im Gegensatz zu ihrer Mutter kombiniert sie indische Gerichte mit westlichen Komponenten, was diese nicht ganz verstehen kann, allerdings kommen die Gerichte immer gut an. Gleichzeitig verhelfen die Gerichte zu immer neuen Erkenntnissen in der Familie. Nach und nach kommen immer mehr Hintergründe ans Licht und die Ehen der Schwester, Shobha, und der Mutter scheinen auch nicht mehr so sicher zu sein.

Ein Gericht, was etwas neuer interpretiert wird, ist Rasam. Nachdem ich schon einmal auf meinem Blog Rasam vorgestellt habe und die Suppe bei grauem Herbstwetter einfach liebe, war klar, dass ich diese Nachkochen muss. Dabei sind die meisten Zutaten der Suppe gar nicht beschrieben, sondern vor allem eines: Gewürze.
Als Devi ein fertiges Rasam-Gewürz kaufen will, schlägt Saroj vor es selbst herzustellen. Devi nickt und streicht daraufhin Rasam-Gewürz von der Einkaufsliste. Die beiden Frauen fangen gleich mit der Herstellung an:

Saroj brought out her cast-iron pan, the one she’d brought all the way from India when she once went on vacation. „This is the best pan to use because it gets very hot,“ Saroj said and started going through her spice cabinet.
She heated the pan and started filling it with coriander seeds, black peppercorns, cumin seeds, fenugreek seeds, mustard seeds, a few sticks of cinnamon, fresh curry leaves, and a little asafoetida.
„You have to be careful not to burn the seeds,“ she told Devi. „The spices come alive when they are roasted like this. Can you smell it?“
The kitchen air thickened with the smell of the spices, their essence spilling out of the hot cast-iron pan. The mustard seeds started to splutter a little and Saroj shook the pan, moving the whole spices around. Right before they turned dark brown […] she picked up the pan and, using a wooden spatula, poured the mixture inside the coffee grinder she used especially for spices…

Saroj gibt anschließend Öl in die gusseiserne Pfanne und brät kurz drei getrocknete Chilis an. Die Chilis werden ebenfalls gemahlen und kommen zur Rasam-Gewürzmischung.
Devi stellt am Abend Rasam her, allerdings mit einem Blätterteig. Die Familie ist einerseits begeistert, andererseits machen sie sich Gedanken um die Ehe von Devis Schwester, dass keiner was von Devis Fehlgeburt mitbekommen hat usw.

Aber zurück zu Rasam. Neben der selbst gemachten Gewürzmischung kamen Tomaten (diesmal nicht aus der Dose, sondern bunte Cocktailtomaten), Tamarindenpaste, Knoblauch, Ingwer, Zwiebel und Reis in das Gericht. Auf den Blätterteig und Asant verzichtete ich dafür, wobei mich die Variante auch reizt.

Rasam


Rasam
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Diese Deko habe ich tatsächlich aus Indien. Beim Markt direkt hinter meinem Hotel in Mumbai gabs lauter solche Girlanden, häufig auch mit Blumen. Sie sind übliche Deko bei Türen. Ich hab mich, nachdem ich anschließend noch ein wenig durch Malaysia und nach Singapur reisen wollte, für eine Kleine entschieden, die nun im Eingangsbereich hängt.

Rasam

Die Suppe schmeckt mir mit dem frisch zubereiteten Rasam-Gewürz deutlich besser, allerdings werde ich beim nächsten Mal mehr Chilis verwenden. Den Blätterteig kann ich mir sogar gut dazu vorstellen. Beim nächsten Mal…

Rasam

Lasst es euch schmecken! Der Beitrag ist, unschwer zu erkennen, mein Beitrag zu Lesehungrig! Das unstillbare bibliophil-kulinarische Dauerevent von Shermins magischem Kessel.

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2 Kommentare

  1. Ganz lieben dank für das schöne Buch und das schöne lesehungrige Rezept. Wird eigentlich immer nur direkt für die Suppe das Gewürz frisch hergestellt und komplett verbraucht oder auf Vorrat?

  2. Hallo Shermin,
    gute Frage! Im Buch wird das Gewürz im Vorrat zubereitet und anschließend in einem Glas aufbewahrt. Ich habe jedoch gleich alles verbraucht, da es nur wenig Zeit kostet die Gewürzmischung herzustellen und ich den Geruch in der Küche einfach liebe.
    Viele Grüße,
    Daniela

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