Urlaub: Bukarest

Nachdem ich erst einmal keine Karten für das CCC Camp bekam, beschloss ich nach anderen Reisezielen zu schauen. Bukarest war günstig und in Rumänien war ich noch nie. Kurze Zeit später hatte ich den Kurzurlaub gebucht. So schnell kanns gehen 😀 Bukarest ist die Hauptstadt Rumäniens und ist mit 2 Millionen Einwohnern sowie vielen Bewohnern im Umkreis in der Walachei eine der größten Städte Osteuropas.

Ich hatte um ehrlich zu sein erwartet, dass Bukarest deutlich günstiger ist als Städte hierzulande. Was wirklich günstig ist, sind Obst und Gemüse bei Bauern und (zumindest teilweise) Eintrittspreise bei Museen. Ansonsten zahlt man fast genauso viel wie hier zulande. Die Temperatur lag die meiste Zeit – Ende August – bei plus minus 34 Grad und einem höheren Anteil an Luftfeuchtigkeit.

Bukarest verfügt über einen internationalen Flughafen, Henri Coanda (OTP). Vom Flughafen führen mehrere Busse in die Innenstadt. 780 hält am Gara de Nord, während 783 und 784 im Zentrum Halt macht. Am einfachsten kauft man sich einen Multipass, der um die 8 Lei kostet und für zwei Fahrten gilt. Somit hat man die Rückreise auch schon abgedeckt. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.

Sehenswürdigkeiten

Bukarest kann man gut zu Fuß erkunden. Daneben fahren zahlreiche Straßenbahnen und Busse sowie die Metro. Am Tag der Anreise versuchte ich möglichst viel in der Altstadt abzugrasen. Für eine Führung im Palatut Parlamentului, dem Parlamentspalast, war ich leider zu spät dran, aber auch von außen sieht das Gebäude – der zweitgrößte Parlamentspalast nach dem Pentagon – durchaus imposant aus. Es wird empfohlen mindestens 24 Stunden vorher zu reservieren.

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Vom Parlamentspalast aus führt ein Boulevard (Bulevardul Unirii) Richtung Altstadt. Beim Kreisverkehr kann man die Fontainen Fântâna lui Bucur genießen. Abends/nachts werden diese beleuchtet, mit Musik untermalt usw.

In der Altstadt stehen viele Kirchen. Bemerkenswert fand ich Biserica Sfântul Antonie Curtea Veche (die älteste Kirche Bukarests), Biserica Stavropoleos und die Biserica Sfântul Dumitru – Poștă.
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Interessant fand ich auch den Piaţa Revoluţiei, der bei der rumänischen Revolution 1989 eine große Rolle spielte, das Ateneul Roman, in dem die Philharmonie beherbergt ist, und den Buchladen Cărturești Carusel aus dem 19. Jahrhundert.

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Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Häuser im rumänischen Stil gebaut. Anschließend kamen mehr Ausländer in die Stadt, wodurch sich der westliche Baustil kurzzeitig durchsetzte. Durch den Abriss ein Drittel des Stadtzentrums durch den Diktator Ceausescu und den Bau imposanter Bauwerke, wie dem zweitgrößten Palast der Welt, gibt es sowohl viele Prunkbauten, als auch viele Plattenbauten. Insgesamt bietet Bukarest einen interessanten Mix an Baustilen. Die Häuser sind teils sehr heruntergekommen, teils herausgeputzt. Auch hier spielen die Gegensätze mit den Leuten.

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Am Tag der Abreise zog es mich ein wenig aus der Altstadt hinaus Richtung Norden. Zu Fuß ging ich über den Arcul de Triumf, dem Triumphbogen,

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zum Freilichtmuseum Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”. Das Freilichtmuseum wurde ab 1934 aufgebaut und enthält inzwischen über 300 traditionelle Gebäude inklusive ihrer Einrichtung. Im Gelände kann man in zwei Restaurants essen und wenn man Glück hat, ist der „Inhaber“ eines solchen Hauses da und man kann die Inneneinrichtung bewundern. Manche verkaufen nebenbei bemalte Eier, Armbänder und vieles mehr.

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Im Restaurant probierte ich eine leichte Hackbällchensuppe.

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Das Freilichtmuseum liegt in einem riesengroßen Park, Parcul Regele Mihai I, durch den der Fluss Lacul Herăstrău fließt und im Park fast einen See bildet. Hier kann man sogar Boot fahren. Ich genoss einfach die Zeit im Freien vor dem Abflug und kam auch an der Fryderyk Chopin Skulptur vorbei.

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Essen am Flughafen: leckeres Bier und die rumänische Variante von Cevapcici – leider ohne Beilagen.

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Was man dahingegen nicht machen sollte, ist das Leitungswasser trinken. Getränke bekommt man an jeder Ecke und selten findet man auch Brunnen mit Trinkwasser.

Mit mehr Zeit in Bukarest hätte folgendes noch besichtigt:

  • Parlamentspalast mit Führung
  • Palatul Primăverii (Haus von Ceauşescu): mindestens 24 Stunden im Voraus muss man eine Führung reservieren
  • weitere Museen sowie
  • die Therme besucht.

Ausflüge

Von Bukarest aus führen viele Touren in die weitere Umgebung. Transsilvanien ist das beliebteste Ziel, was sich auch in Staus niederschlägt. Constanta am schwarzen Meer, Ski Resorts und Nordbulgarien sind ebenfalls bekannte Touren. Daneben kann man natürlich auch Wein probieren. Ich entschied mich für Nordbulgarien und Transsilvanien. Beide Touren habe ich über Gray Line gebucht und selbst bezahlt.

Ausflug Nordbulgarien

Bei diesem Ausflug war bis zum vorherigen Tag nicht klar, ob er stattfindet, da er erst ab zwei Teilnehmern durchgeführt wird. Ich hatte Glück, eine Australierin entschied sich ebenfalls für die Tour und somit hatten wir eine private Tour zum Preis einer normalen inklusive der Möglichkeit die Ziele nach unserem Gusto zu wählen. Nachdem der Verkehr es zuließ, schauten wir uns das Kloster Drjanowo an und nicht eines Nahe der Grenze. Das Kloster liegt mitten im zentralen Balkangebirge in der Schlucht des Drjanowo-Flusses. Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet, aber während der osmanisch-türkischen Herrschaft von 1393 bis 1878 mehrfach zerstört. Nachdem das Kloster eines der Zentren des Widerstandes war, wurden auch die darin lebenden Mönche mitunter getötet, zuletzt während des bulgarischen Aprilaufstandes 1876. Aus dem Kloster stammt übrigens die erste deutsche Übersetzung der Bibel.

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Nur 300 Meter von dem Kloster entfernt, liegt die Bacho Kiro Höhle. Der Fußweg dorthin führt am Fluss entlang. Am Weg sieht man noch die Ruinen der Gebäude, in denen die Widerständler untertauchten. Die Höhle – eine der ersten bewohnten Höhlen Europas – wurde 1890 geöffnet. 1938 durften die ersten Besucher in die Höhle. Als Besucher kann man ein kleines Labyrinth aus Galerien und Korridoren entlanglaufen. Während die Stalaktiten eher belanglos sind, hat die Höhle geschichtlich einen wichtigen Charakter. Die ältesten bekannten Ornamente wurden in der Höhle gefunden, über 43.000 Jahre alt. Die menschlichten Fragmente, die man gefunden hat, sind etwa 46.000 Jahre alt.

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Das letzte Ziel des Ausflugs war Veliko Tarnovo. Die Stadt mit knapp 70.000 Einwohnern liegt malerisch am sich schlängelnden Fluss Janta, umgeben von sieben Hügeln. Tarnowo war die Hauptstadt des zweiten bulgarischen Reichs und früher ungefähr so wichtig wie Rom und Konstantinopel. Veliko Tarnovo wurde ab 1185 bekannt, als die beiden Boljarensöhne und späteren Zaren Assen und Peter in der Sweti-Georgi-Kirche das bulgarische Volk zum Kampf gegen Byzanz aufriefen. Der Aufstand dauerte zwei Jahre und endete in der Unabhängigkeit Nordbulgariens. Schon vor der Gründung des zweiten Bulgarenreiches stand auf dem Hügel Zarewez eine Burg, die nachfolgend zum Zarenschloss umgebaut wurde. Der Hügel Zarewez war das kulturelle Zentrum der Stadt. Nach und nach gelang es den bulgarischen Zaren, die feudale Zersplitterung des Landes zu überwinden. Die osmanisch-türkische Herrschaft hatte anschließend seine Spuren hinterlassen, auch wenn immer wieder Aufstandsversuche unternommen wurden. Die Festungsanlage wurde im Jahr 1945 freigelegt und kann besichtigt werden. Von oben hat man einen guten Blick über die Stadt.

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Die Altstadt und insbesondere die Gurko Straße haben mir sehr gut gefallen und mich wundert nicht, dass die Stadt ein beliebtes Touristenziel geworden ist.

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In der Stadt kann man auch gut und günstig essen. Das erste Restaurant, was uns gefiel, war das Shtastliveca. Ich wählte Schafskäse in Filoteig, gebacken mit Honig und Walnüssen, was ich sicherlich einmal nachmachen werde. Auch das Bier schmeckte. Die Australierin bestellte sich einen Salat, bestehend aus roten Beeten, Karotten und Quinoa und einen Cider dazu, der ihr ebenfalls gut mundete.

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Ausflug Transsilvanien

Der Ausflug zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Transsilvanien war ein Kontrastprogramm zum vorherigen Ausflug. Der Reisebus war voll und nachdem die Staus uns zu sehr ausgebremst hatten, musste die freie Zeit in Brașov gestrichen werden. Als erstes durften wir uns während einer Führung das Schloss Peleș in Sinaia anschauen. Das Schloss, auch Perle der Karpaten genannt, wurde zwischen 1873 und 1883 für König Carol I. von Rumänien erbaut. Sowohl Erker als auch Mauern erinnern an die rumänische k.u.k-Zeit sowie die Burg Hohenzollern, was die Heimat des Königs war.

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Zum Glück gab es immer wieder Straßenstände, so dass ich mit Mais den Hunger stillte.

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Als nächstes hatten wir in Bran etwas Freizeit, um was zu essen. Nachdem der Ort das Schloss Bran beheimatet, ist er überlaufen und touristisch. Ich fand an der Theke eines Restaurants einen Platz und hatte meine Freude eine Bedienung herzuholen. Eigentlich wird zunächst eine Suppe verspeist, bevor man ein Hauptgericht vernichtet, aber auf Grund des Ansturms wählte ich etwas, was schnell gehen sollte: Polenta mit Käse und saurer Sahne. Schaut aus wie schon einmal gegessen, geschmacklich ok, aber nichts überwältigendes. Das Bier holte das Defizit wieder rein.

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Das Schloss selbst fand ich witzig mit seiner ungewöhnlichen Gangführung. Nur leider wurden wir durch das Draculaschloss durchgeschoben. Bram Stoker war selbst nie in Rumänien, aber die Beschreibung aus Dracula passt am besten zu diesem Schloss.

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Zum Schloss bekamen wir eine kurze Tour durch den Ort Brașov mit seiner schwarzen Kirche, seinem Marktplatz, der Synagoge, der schmalen Gasse und den übrig gebliebenen Befestigungsmauern. Die Stadt wurde im frühen 13. Jahrhundert durch den Deutschen Orden unter dem Namen Corona gegründet. Die Altstadt ist geprägt von spätmittelalterlichen Bürgerhäusern.

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Auf der Rückfahrt machten wir halt an einer Tankstelle, wo sich jeder mit Getränken und Essen eindeckte. Das Abendessen schaute entsprechend mager aus.

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Diese Sesamchips kann ich übrigends empfehlen.

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Fazit

Der Kurzurlaub hat mir gut gefallen. Beim Frühstücksbuffet konnte ich zudem Zacuscă, ein Gemüseaufstrich aus Paprika, Auberginen und Tomaten, ein Fetaaufstrich mit und ohne Dill sowie bulgarischen Schopska-Salat probieren. Ein, zwei Tage mehr hätten dem Urlaub allerdings gut getan, um mehr zu sehen und weniger zu hetzen.

Beim Rückflug hatte ich übrigens dank Unwetter, fehlendem Personal und kaputten Sitzen meinen Spaß. Könnte trotzdem schlimmer sein.

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