Ausflug: Eichhörnchen in Deggendorf

Gemütliches Wochenende in Niederbayern? Definitionssache xD
Die erntereiche Saison machte es nicht einfach zu faulenzen. Nach dem Food-Shopping, wurden Pilze („Schwammerl“) gesucht, Heidelbeeren („Hoiwa“) pflücken („broka“) und vieles mehr.

Als erstes gings auf „unseren“ Heidelbeerplatz auf über 1.000 m Höhe. Klar, dass man vom Parkplatz erst ein wenig gehen muss und dabei noch die ein oder anderen Beeren findet.
Ein paar Vogelbeeren gingen auch mit für alkoholisierte Limo und Steinpilzrisotto mit Vogelbeeren.
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Den Namen haben die Beeren von der Tatsache, dass sich viele Vögel von den Ebereschen, wie sie auch heißen, ernähren. Im Gegensatz zum noch verbreiteten Volksglauben sind die roten Beeren nicht giftig. Sie enthalten Parascorbinsäure, welche zu Magenproblemen führen kann. Durch das Kochen die Parascorbinsäure zur gut verträglichen Ascorbinsäure umgewandelt. Dies deutet schon ihren hohen Vitamin-C-Gehalt an. Nach dem ersten Frost verwandelt sich die Säure ebenfalls in Ascorbinsäure. Gerne werden Ebereschen zu Konfitüre verarbeitet. Getrocknete Beeren eignen sich auf für Tees.
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Leider befindet sich die Heidelbeersaison schon am Ende, zu merken an den vielen Spinnen, einigen überreifen Beeren und den Blättern, die beim Pflücken mitgehen. Wir hatten etwas Pech, dass wir in einen ordentlichen Regenschauer gerieten, wodurch wir die Blätter wie magisch anzogen…

Hoamzou, hoamzou, Hoiwa hama grod gnou, lauta scheine, goa koi greine!
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Anders als Kulturheidelbeeren verursachen Waldheidelbeeren blaue Zähne, besitzen allerdings auch einen intensiveren Geschmack. Es gibt bedenken rohe Beeren auf Grund der Verbreitung des Fuchsbandwurms zu essen, daher vorsichtshalber abkochen.
Getrocknete Beeren (in der Volksheilkunde gegen Durchfall) und Blätter eignen sich übrigens auch für Tee.
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In Naturschutzgebieten ist meist das Pflücken mit Kamm verboten, von dem her abgesehen ist es am Ende der Saison durch die vielen Blätter, die mitgehen, auch nicht sinnvoll. Zudem stell ich mich zu tollpatschig („dotschad“) an, wodurch ich mit meinen Fingern doch schneller bin.
Die Heidelbeeren wurden gewaschen, getrocknet und eingefroren.

Auf dem Weg entdecke ich genügend Preiselbeeren, die demnächst etwas Preiselbeer-Walnuss-Butter ergeben, welche gut zu Wild und Rind passt. Die Beeren sind reich an Vitaminen, unter anderem Vitamin A, B und C; die Blätter der kleinen Preiselbeerstauden mussten früher in Apotheken vorgehalten werden und können, wie wohl leicht zu erraten, für Tees verwendet werden.
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Natürlich reichte diese Ausbeute noch nicht, da auch Schwammerlzeit ist. Anstatt auf einen Berg zu wandern, kann man auch mehrere Stunden durch die Wälder laufen…
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Insgesamt auf drei Plätzen, zwischen etwa 350 und 1050 Metern, füllte sich langsam der Korb mit Steinpilzen („Schdoabeisdal“) und Pfifferlingen („Rehgoiß“). Ach ja, ein Maronenfußröhrling („Maronerl“) war auch dabei.
Pilze kann man an verschiedenen Eigenschaften, wie Hut und Stiel, unterscheiden. Am besten nur Pilze, die man kennt, mitnehmen und essen.
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Steinpilze gehören zu den beliebtesten Pilzen überhaupt. Erkennbar u.a. am breiten, hellen Fuß und der Kappe. Roh probiert hinterlassen sie einen nussigen Geschmack.
Der Doppelgänger Gallen-Röhrling, auch Bitterling genannt, kann hingegen leicht eine Mahlzeit verderben. Falls man sie nicht auseinander halten kann, hilft somit im Notfall eine Geschmacksprobe. Maronerl haben einen dünneren Fuß und das Fleisch wird auf Druck und Anschnitt blau. Einen leckeren Doppelgänger stellt der Birkenpilz dar, dessen Stiel jedoch rau, mit intensivem Flockenmuster und schlanker ist. Gefährlicher sind rotfüßige, ähnliche Pilze. Während der flockenstielige Hexen-Röhrling essbar ist, gilt der Satans-Röhrling als giftig.

Pfifferlinge finden sich meist auf moosreichen Böden und unter Gräsern. Die Farbe kann zwischen blassgelb bis goldgeb variieren. Der Hut ist meist wellig gebogen. Typisch sind die gabelartigen und weit am Steil herablaufenden Leisten. Daran erkennt man ihn auch von seinen Doppelgängern weg.
Am ehesten kann man ihn mit dem falschen Pfifferling, der leicht giftig ist, jedoch als Einzelexemplar in der Pfanne keinen Schaden anrichtet. Die Lamellen sind gleichmäßiger gegabelt und der Hut ist dünnfleischiger.
Von weitem sehen kleine Pfifferlinge den Semmel-Stoppelpilzen ähnlich, die auch essbar sind und durch ihre Stacheln auf der Hutunterseite leicht zu bestimmen sind.

Während die Pfifferlinge in eine Pfanne voll Rahmschwammerl verwandelt wurden (Blogbeitrag dazu folgt demnächst)
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wurden die Steinpilze im Dörrautomaten getrocknet.
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Vor kurzem laß ich von Holunderbeer-Kapern auf lamiacucina, was mich neugierig machte. Unreife Holunderbeerdolden gabs genug, wodurch ich das Rezept in einer kleinen Menge ausprobierte. Die Küche duftete dabei interessant nach einer Mischung von Holunderbeeren und Kapern.
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Die wenigen reifen Dolden habe ich heute zu Likör angesetzt.
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Die im Wald gesammelten Brombeeren gab es anschließend beim Grillen. Wenn man schon daran vorbei läuft…
Schade, dass weder die Menge an Holunderbeeren noch an Brombeeren für Saft ausreicht.
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Und dann gab es ja noch das Gemüse vom Bauern. Etwa 4/5 der Tomaten, sowie einige Kilo an Paprika, Zucchini, Auberginen, Zwiebeln und Knobi wanderten in 3 Töpfe für Ratatouille. Ohne Rezept, einfach Pi mal Daumen. Das ursprüngliche Rezept, an welches ich mich vor einigen Jahren hielt, stammt von den Küchengöttern.
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Ratatouille ist nicht nur als Disney-Film bekannt, sondern auch als geschmortes Gemüsegericht aus der Provence. Genauer gesagt aus der Gegend um Nizza.

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Abgefüllt ergab die Menge 14 Gläser, die mit einer Ölschicht verschlossen wurden. Ich verwende gerne die Gemüsemischung nach der Arbeit als Nudelsauce, oder zu Hacksteaks bzw. -bällchen.

Mein erstes Ratatouille, jedenfalls an das ich mich erinnern kann, gab es an meinem ersten Arbeitstag bei Daimler im Praktikum; ein Lammhacksteak bildete die Fleischbeilage.
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Ohne Foto: 5 Gläser an eingekochter Tomatensauce.Die nächsten Beiträge, mit Fotos der Landschaften, des Grillens sowie der weiteren Verarbeitung in meiner Wohnung erscheinen in den folgenden Tagen.

Ausflug: Eichhörnchen in DeggendorfDies ist gleichzeitig mein zweiter Beitrag zum Thema Urlaub auf dem Teller. Susanne von Magentratzerl wünscht sich zu ihrem Bloggeburtstag Blogbeiträge über Urlaub, da sie selbst nicht verreisen kann. Mir selbst kam bei meinem eigentlichen Sommerurlaub eine Sommergrippe dazwischen, so dass meine Polenrundfahrt ins Wasser fiel (wird sicherlich irgendwann nachgeholt). Das Wochenende in Deggendorf musste jedenfalls sein. Ich mag die Landschaft und die Natur in der Gegend.

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6 Kommentare

  1. Einerseits liebe ich diese Sammelaktionen (leckeres Essen, man weiß, was man hat usw.), andererseits können sie auch ziemlich anstrengend werden. Was hast du früher gesammelt? Auch Pilze und Beeren? Irgendetwas besonderes?

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