Rezension: Es geht auch ohne Plastik – 3. Woche

Nach der 2 kommt die 3. Willkommen in der dritten Woche bei der Plastik-Challenge! Ein wenig was hat sich tatsächlich außerhalb der 30-Tage-Challenge getan. Inzwischen hängt ein Beutel in der Küche, um Plastikmüll zu sammeln und zum nächsten Plastikbehälter zu gehen, der zumindest in der Nähe des Weg zum Gerätehaus liegt. Zudem hält seit neuestem ein Aufkleber auf dem Briefkasten Werbeprospekte und kostenlose Zeitungen ab. Zugegeben ich habe weiterhin noch ab und zu Salat zum Mittag gekauft, verpackt in ganz schön viel Plastik. Heute geht es ins Bad! Genauer gesagt wird Bad und Kosmetik umgestülpt. Bad ohne Plastik wird in Kapitel 7 behandelt. Dabei werden Alternativen zu Plastikzahnbürsten und Co aufgezeigt.

Rezension: Es geht auch ohne Plastik - 3. Woche
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Challenge

Wie auch in den bisherigen Wochen gibt es ein paar Einschränkungen durch Feuerwehr und die Arbeit, aber hey, ansonsten wär es ja langweilig und lebensfremd. Folglich habe ich ein paar Challenge-Tage vorgezogen.

Grob kann man sagen, dass entweder Bambusalternativen oder selber machen empfohlen wurde. Bambus ist eine Untergruppe der Süßgräser, wächst bis auf Arktis/Antarktis und Europa auf jedem Kontinent. Bambus kann nach 4-6 Jahren geerntet werden, denn er wächst sehr schnell. Bis zu 1 Meter innerhalb von 24 Stunden ist möglich. Bambus ist ein Naturprodukt, wodurch die Entsorgung kein Problem darstellt. Hauptimportland ist aktuell China. In Zukunft kann Äthiopien den Rang ablaufen, nachdem Bambus vermehrt angepflanzt wird um die Wüste zurückzudrängen.  Bambus wird vorwiegend noch von Kleinbauern angebaut. Der Anbau hat auf Grund der Widerstandsfähigkeit kaum Nachteile, wenn man mal von Monokulturen absieht. Trotzdem sollte darauf geschaut werden, dass keine Primärwälder für Bambus abgeholzt werden. Bambus kann in vielen Bereichen eingesetzt werden. Als Austauschschülerin in China war ich von den Baugerüsten aus Bambus begeistert.

Statt Bambus kann man teils auch auf Holz setzen. Einheimisches Holz hat insbesondere den Vorteil, dass es vor Ort ist und dadurch kürzere Transportwege zurückgelegt werden. Dafür ist es prinzipiell weniger nachhaltig als Bambus, welcher deutlich schneller wächst. Holz kann mit Chemikalien während der Produktion in Berührung kommen, die dann wiederum Kontakt mit den Lebensmitteln oder im Bad mit einem selbst haben.

Ich bin um ehrlich zu sein unentschlossen, was besser ist: Holz oder Bambus.

Planung

Trotz Öffentlichkeitsveranstaltung der Feuerwehr, zwei Alarmen und dem Versuch anschließend noch zu Trainieren, habe ich die Planung am letzten Samstag durchgezogen. Den Einkauf habe ich schon etwas vorgezogen, nachdem ich teils im Internet bestellt habe und wollte, dass ja alles rechtzeitig daheim ist. Das ist das nächste Problem. Teils bekommt man die Utensilien schon bei dm oder anderen Märkten; teils hat man aber Pech und muss entweder in spezielle Läden (Zeit und so…) oder greift auf das Internet zurück. Heißt man schickt mehrere Pakete durch Deutschland und trägt so zu dem dadurch verursachten Kartonberg bei. Ganz zu schweigen von den ganzen Paketboten in ihren Fahrzeugen. Zudem wird häufig Plastik als Füllmittel in unterschiedlichen Formen verwendet, was ebenso kontraproduktiv ist.

Zahnbürsten und Zahnpasta

Zahnbürstenalternativen fand ich in Holz und Bambus, wobei die meisten in Bambus sind. Egal wie, ist immer noch die Frage aus welchem Material die Borsten sind, doch selbst bei Plastikborsten hat man zumindest den Stiel reduziert. Neugierig war ich bei den Mizwakzweigen, die sowohl Zahnbürste als auch Zahnpasta ersetzen sollen können. Einfach einweichen, etwas ankauen und dann damit putzen. Mein Plan ist es hier Mizwakzweige auszuprobieren, während ich weiter die restlichen Plastikzahnbürsten verwende. Je nachdem, ob sie mir gefallen oder nicht, steige ich auf die Zweige um – zumindest daheim – oder probiere dann gleich Bambuszahnbürsten.

Bei Mizwakzweigen könnte ich auch auf Zahnpasta verzichten. Nachdem ich mir die Zweige etwas unpraktisch bei Reisen vorstelle, werde ich dort wohl auf Bambuszahnbürsten umsteigen. Als erstes möchte ich aber auf Zahnpasta in den kleinen Reisetuben verzichten, nachdem diese doch einiges an Müll verursachen. Es gibt Zahnpastapulver und -tabletten. Tabletten waren mir sympathischer, wodurch diese erst einmal daheim, später dann hoffentlich auch unterwegs ausprobiert werden.

Zahnseide verwende ich erst einmal so wie ich sie im Vorrat habe, aber es gibt auch kompostierbare, die ich später einmal testen werde.

Im Buch werden zwei Rezepte für Zahnpasta und eines für Zahnpulver genannt. Also die Variante mit mehr Inhaltsstoffen entspricht mehr oder weniger einer modernen Zahnpasta und kann dadurch auch verwendet werden. Die anderen beiden machen  in meinen Augen keinen Sinn. Angeblich soll man selbst gemachte Zahnpasta mit Öl nicht herunterschlucken, da sonst die Bakterien in den Körper gelangen. Wenn man etwas schluckt, gelangt es in den Magen-Darm, wo die Magensäuren und und Bakterien so ziemlich alles gefährliche vernichten.

Wattestäbchen

Als ich gerade erst als Jugendliche durchging, empfiehl mir ein Hausarzt die Ohren doch einfach nur mit Wasser zu reinigen. Diesen Rat beherzige ich seitdem zumindest teils. Trotzdem mag ich ab und zu die Ohren mit Wattestäbchen sauber zu machen. Aktuell haben wir noch genügend Plastikwattestäbchen daheim, damit es für mindestens ein Jahr reicht, aber für danach schaute ich gleich nach Alternativen. Neben den überall gepriesenen Bambuswattestäbchen entdeckte ich welche aus Holz, Pappe und rein Baumwolle. Zudem gibt es Mehrwegwattestäbchen aus Plastik, die ich durchaus auch interessant finde. Was ich in einem Jahr kaufen werde, weiß ich noch nicht.

Seifen

Anstelle von Flüssigseifen kann man natürlich auch Seifen als Stück verwenden. Flüssigseife selbst herstellen möchte ich auf Grund der Erzählungen eines ehemaligen Projektkollegen nicht – bei ihm musste die Feuerwehr anrücken. Man kann zwar sagen, dass er sich dämlich angestellt hat, aber ich schaffe das auch immer wieder und in meinem Fall würde das werden, nachdem es die eigenen Kameraden wären, die anrücken würden. Die Runde Spezi muss ich nicht zahlen. Zumindest passt das Rezept im Buch.

Im Bad verwenden wir bereits Seife, nur auf der Toilette finde ich Flüssigseife immer noch praktischer, insbesondere da häufiger Besuch da ist und ich sonst die Seifenschale häufiger leeren müsste. Ja, Faulheit siegt hier.

Shampoo und Duschgel

Alternativ zu Shampoo und Duschgel kann man Seife verwenden; es gibt sogar Shampooseife. Vielleicht werde ich das noch testen, aber vorerst bleibe ich bei der faulen Plastikvariante. Das Rezept für festes Shampoo werde ich jedenfalls nicht verwenden. Für was Maisstärke ins Haar schmieren? Auch Sheabutter macht in meinen Augen wenig Sinn. Ebenso wenig möchte ich Roggenmehl in der Experimentiervariante ins Haar streuen. Witziger finde ich das Rezept für Trockenshampoo, welches u.a. Kakaopulver enthält. Das Trockenshampoo im Skilager hat mir schon gereicht und das war vernünftiger zusammengesetzt; No-Poo kann man vielleicht in geisteswissenschaftlichen Bereichen einsetzen, aber nicht im normalen Berufsleben.

Sonstige Tübchen sind eher rar im Bad. Das bisschen kann bleiben und mehr kommt sowieso nicht hinzu, weil ich es nicht einsehe. Proben habe ich sowieso nicht.

Creme

Verwende ich eher selten und werde ich erst einmal nicht ersetzen. Es gibt zwar ein Rezept für Körperbutter, welches ich aber als sinnlos erachte. Warum mehrere Zutaten zusammen mischen, u.a. auch Olivenöl, wenn man auch sich einfach mit Olivenöl eincremen kann? Dies ist zumindest bei trockener Haut wohltuend.

Deo

Ich bleibe bei meinem Deo. Die Deocreme im Buch macht wie so viele Rezepturen wenig Sinn. Alternativ zum Deo verwende ich ab und an Essigwasser oder die Duftsteine aus Marokko.

Make-up und Make-up-Entferner

Ich schminke mich wenig und verwende keine speziellen Make-up-Entferner oder Abschminkpads. Komplett auf Make-up möchte ich trotzdem nicht verzichten und werde demnächst zumindest Biovarianten ausprobieren. Bei Nagellack und Nagellackentferner sehe ich keine Alternativen. Beides nutze ich eher selten, aber trotzdem sehr gerne.

Toilettenpapier und Taschentücher

Ganz auf Toilettenpapier will ich sicherlich nicht verzichten, auch wenn ich im Urlaub – wohl oder übel – auch die Abwaschmethode ausprobiert habe. Wir kaufen sowieso Recyclingklopapier und dabei bleibt es denke ich.

Stofftaschentücher mag ich persönlich nicht. Daher bleibts bei den bisherigen Taschentüchern.

Rasierer und Rasierschaum

Bisher verwende ich einen Plastikrasierer mit Klingen, dazu Rasierschaum. Als Jugendliche habe ich ohne Rasierschaum rasiert, finde es aber mit mittlerweile angenehmer. Alternativ geht noch eingeseift mit Duschgel. Im Buch wird noch eine Rasierseife beschrieben, die ich mir demnächst anschauen werde. Mich wundern aktuell eher die vielen Seifen, die als Alternative empfohlen werden. Bisher hatte ich nur einmal das Problem, dass es die Rasierklingen nicht mehr gab und ich dadurch den Rasierer wechseln musste. Mit der Zeit werden es trotzdem einige Rasierklingen, die ich wegwerfe. Dadurch möchte ich in der nächsten Zeit einen Rasierhobel ausprobieren und hoffe, dass ich Tollpatsch mich beim Wechsel der Klingen nicht schneide. Die Rasiercreme im Buch lasse ich wieder einmal weg, nachdem sie aus meiner Sicht wenig bringt.

Monatshygiene

Im Laufe der Jahre sammelt sich als Frau doch einiges an, was man an Monatshygiene wegwirft. Nachdem ich gerne reise, habe ich schon länger mit dem Gedanken einer Menstruationstasse gespielt und verwende diese nun seit einigen Monaten sehr gerne. Auch in Bezug auf die Feuerwehr finde ich sie sehr praktisch: Frau muss sich keine Gedanken machen, wann sie den Tampon wechseln muss. Die Tasse hält alles zurück. Nur wenn man sich blöd bewegt und der Unterdruck aufhört, kann es peinlich werden… Free Bleeding kann und werde ich nicht ausprobieren. Wie soll man bitte schön z.B. mitten im Einsatz plötzlich eine Toilette auftreiben, um es laufen zu lassen? Ist ja eine nette Idee, aber nicht alltagstauglich.

Essen plastikfrei im Lieblingsrestaurant holen

Wieso soll ich Essen plastikfrei aus einem Restaurant holen, wenn ich dort auch essen kann? Nachdem ich sowieso vietnamesische Sommerrollen mit Reisnudeln, Gemüse, Kräutern, Garnelen und Hähnchen, ließ ich diesen Challenge-Tag aus.

Fehlende Sachen fürs Bad besorgen

Diesen Part habe ich gleich zu Beginn der Challenge gemacht, da ich einzelne Teile auch bestellt habe. Als Zahnpastaersatz wählte ich die Tabletten, wobei ich mich hier auf Grund der Bewertung zu einer Variante im Plastikbehälter entschied. Diese Mizwakzweige sollen Zahnbürsten plus Zahnpasta natürlich ersetzen können. Tja, eingepackt in Plastik kamen sie dann bei mir an. Ich dachte ich hätte welche ohne Plastik gefunden. Anscheinend muss man teils genauer hinschauen als ich für möglich gehalten habe. Damit zumindest die Reisezahnpastatuben eingespart werden, gibt es dafür die Zahnpastatabletten – so der Plan. Dann kann ich immer noch, wenn ich überzeugt bin, dazu Bambuszahnbürsten kaufen.

Rezension: Es geht auch ohne Plastik - 3. Woche

Daneben besorgte ich mir einen Rasierhobel mit ein paar Klingen. An Wattestäbchen haben wir noch genügend mit Plastik und auch beim Rest lasse ich es erst einmal so wie es ist und tausche bei Bedarf aus. Eins nach dem anderen und die Vorräte aufbrauchen.

Abschminkpads nähen und rasieren ohne Plastik

Heute soll man Abschminkpads selbst nähen und rasieren ohne Plastik. Nachdem heute wieder einmal Feuerwehr angesagt ist, bleibt keine Zeit und ich ziehe den Tag vor. Abschminkpads verwende ich sowieso nicht, also brauche ich nichts nähen. Rasieren ist ein guter Punkt. Ich verwende zwar keine Einwegrasierer, aber die Klingen enthalten auch Plastik und davon braucht man doch einige. Nachdem ich noch einige davon habe, probiere ich die Tage den Rasierhobel parallel.

Clean-up-Tag

Es ist Mittwoch, wir haben eine Veranstaltung in der Arbeit und ich bin von morgens bis abends eingespannt. Der Clean-up-Tag kann mir gestohlen bleiben.

Deo selbst machen

Als Deo-Ersatz wird im Buch eine Mischung aus Kokosöl, Natron und Speisestärke empfohlen. Keine Ahnung, für was Speisestärke da ist, außer das Gemisch zu verdicken und Flecken auf der dunklen Kleidung zu hinterlassen. Natron hat nichts auf der Haut verloren, auch wenn es bei Deoersatz prinzipiell wirken würde und Kokosöl verändert den ph-Wert der Haut, wodurch er leichter Keime aufnimmt. Ja, nee!

Wenn schon plastikfrei, dann doch lieber ein Duftstein aus Marokko. Neben den chemischen Keulen, gibt es auch recht natürliche Versionen. Ich habe von einem Geschäftsbesuch noch einen daheim und verwende ihn ab und zu. Zudem kann man Essigwasser verwenden, was vielleicht nicht so gut riecht, aber effektiv ist. Das Deo bleibt trotzdem weiterhin in meinem Haushalt.

Unverpackt einkaufen Teil 3

„Überlegen Sie sich bitte auch, welche in Plastik verpackten Nahungsmittel Sie ungern missen möchten und besorgen Sie Zutaten, um diese selbst zubereiten zu können.“ Haltbarmachen sag ich nur. Tee mach ich teils selbst, teils kaufe ich ihn lose und der Rest ist mir um ehrlich zu sein egal. Bei Kaffee möchte ich nicht, dass er ausraucht; bei Gewürzen ist es dasselbe Spiel.

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