Urlaub: Erfurt

Nachdem ich mir Weimar anschaute, machte ich auf dem Rückweg Halt in Erfurt. Erfurt ist die Hauptstadt Thüringens, die auf einer germanischen oder slawischen Gründung basiert. Vom Bahnhof mit eindrucksvollem Gebäude aus führte mich der Weg zur Krämerbrücke. Die Krämerbrücke ist das älteste profane Bauwerk Erfurts und zählt zu den Wahrzeichen.

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In der Nähe fand ich übrigens die Gestalten. Die Fußgängerbrücke hat eine beidseitige, geschlossene Brückenbebauung mit Fachwerkhäusern. Damit ist die Brücke die längste durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas. Die Brücke war Teil des west-östlichen Handelsweges Via Regia. Schon auf der ursprünglichen Holzbrücke hatten Händler links und rechts Krambuden aufgestellt. Aufgrund wiederholter Brände, erstellte die Stadt einen steinernen Neubau. An den Brückenköpfen wurden Kirchen mit Tordurchfahrten errichtet.

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Nach einem weiteren Brand im Jahr 1472 wurde die Krämerbrücke in der heutigen Form mit Fachwerkhäusern wiederaufgebaut. Heute sind noch 32 der ursprünglichen 62 Wohnhäuser erhalten. Auf Grund der Bedeutung für die Stadt, wurde die Krämerbrücke auch in der DDR restauriert.

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Die Gera, über die die Krämerbrücke führt, lädt zum Verweilen ein. In der Innenstadt fand ich noch diese Figur. Bernd das Brot ist genauso wie andere Figuren aus Kinderserien in der Stadt allgegenwärtig, nachdem der Kinderfernsehsender KiKA seinen Sitz in Erfurt hat.

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Figuren und Brunnen fielen mir an mehreren Stellen auf. In der Nähe der Krämerbrücke befindet sich auch die mittelalterliche Mikwe und die alte Synagoge Erfurt, zu denen ich ebenfalls schaute. Die ältesten Bauteile der Synagoge stammen aus dem Jahr 1094, was die Synagoge zur ältesten erhaltenen Synagoge Europas macht. Sie wurde im Lauf der folgenden Jahrhunderte mehrmals erweitert und umgebaut. Nach einem verherrenden Pogrom im Jahr 1349 wurde sie zur Lagerhalle zweckentfremdet. Erst in den 1990er Jahren fanden Kunsthistoriker die Bedeutung des Gebäudes wieder. Im Keller wird der Erfurter Schatz – ein Silberschatz – ausgestellt.

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So kam ich über mehrere Ecken zum Domplatz mit dem Erfurter Dom, den ich mir ebenfalls anschaute. Der Mariendom ist die katholische Hauptkirche auf dem Domberg. Dicht daneben erhebt sich die St. Severikirche. Zu beiden Kirchen steigt man auf einigen Stufen hoch, woher der frühere Name des Platzes herrührt – Vor den Graden (Stufen). Der Dom ist nicht nach einem Plan, sondern aus vielen verschiedenen Stilen gebauten Teilen zusammengesetzt. Ich liebe übrigens solche Modelle.

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Das nächste Ziel war jedoch die Zitadelle Petersberg. Diese war lange Zeit eine Stadtfestung und gilt als eine der größten und besterhaltenen ihrer Art in Europa. Sie wurde 1665 auf Befehl des kurmainzischen Kurfürsten und Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn als Zwingburg gegen die Stadt errichtet. Bis 1871 wurde sie als Befestigungsanlage in Preußen genutzt. Während beider Weltkriege und in der Nachkriegszeit blieb sie ein ein wichtiger militärischer Ort in der Region. Über die Zufahrtsbrücke mit dem Peterstor erreichte ich die Ebene mit den Bastionen und weiteren Gebäuden, wie Kasernen und einer Kirche. Von oben hat man natürlich auch einen tollen Blick über die Stadt.

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Irgendwo fand ich auch diesen Briefkasten.

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Unbedingt wollte ich mir die nächste Station anschauen. Die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße erinnert an die Opfer der SED-Diktatur in Stasi-U-Haft – und zugleich an die erste Besetzung einer Stasi-Bezirksverwaltung. Beeindruckend fand ich auch, dass zeitgleich ein ehemaliger Insasse die Stätte besuchte und kurz erzählte. Der Ausgang des Rundgangs ist die restaurierte MfS-Haftetage mit ihrer Zellenstruktur. Hier findet man Dokumente, Zeitzeugenaussagen und erfährt so mehr über Haftgründe, Haftalltag und dem Haftregime. Danach erfährt man mehr über die Diktatur und abschließend zur Revolution. Hier steht der 4. Dezember 1989 im Vordergrund, als Erfurter die Stasi-Zentrale in der Andreasstraße besetzten.

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Nach diesem düsteren Kapitel der Geschichte schaute ich erneut zum Domplatz und steuerte dort den Biergarten am Dom an.

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Neben der Bratwurstsemmel – angeblich die beste Thüringer-Bratwurst – probierte ich die lokalen Biere.

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Das Schwarzbier hier mundete mir übrigens am besten. Das Ambiente fand ich sehr ansprechend und man hat noch einen schönen Blick auf den Domplatz.

Urlaub: Erfurt Wohl gestärkt trat ich den Rückweg nach Hause an.

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