Rezension: Es geht auch ohne Plastik – 1. Woche

Die erste Woche der 30-Tage-Challenge behandelt das Thema Bestandsaufnahme, was wiederum häufig die Küche berücksichtigt. Diese Woche findet sich thematisch ungefähr in den Kapiteln 2 bis 4 sowie 6 wieder. Kapitel 2 kommt allerdings nach zwei Wochen erneut dran. Küche als als Foodblogger ein gutes Startthema und entsprechend gespannt war ich. Der Haushalt besitzt kein Auto und befindet sich am Rand von München, heißt die verpackungslosen Läden sind nicht unbedingt in der Nähe. Es gibt viele Läden, aber manche Spezialitätenläden haben Öffnungszeiten, die einen Einkauf nur am Samstag erlauben – wenn nichts anderes geplant ist. Bei manchen Aspekten der Challenge und des Buchs spielt für mich die Feuerwehr eine Rolle, egal ob bei Kleidung, Zeit oder bei der Essensplanung. Mehr dazu an den passenden Stellen. Zunächst gehe ich thematisch die dazugehörigen Kapitel durch, bevor ich euch von der Challenge erzähle.

Rezension: Es geht auch ohne Plastik - 1. Woche
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Kapitel 2 bis 4, 6

Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit Plastik und Mülltrennung. In Deutschland gibt es meist eine Papier-, eine Bio-, eine Restmüll- und eine gelbe Tonne. Das Papier aus der Tonne wird verfasert, mit Wasser und Seife zu einem Zellulosebrei vermischt, gesiebt, geschleudert etc., bis alle Druckerfarbe und sonstige Gegenstände entfernt sind. Der Brei wird abschließend zu Altpapier gepresst. In den Biomüll gehören kompostierbare Abfälle, die man mit Garten auch auf den Kompost werfen würde. In München gelangt der Biomüll nach Freimann, wo ein Großteil des Biomülls vergoren und kompostiert wird. Der Kreislauf vom Biomüll zum Kompost dauert in etwa sechs Wochen. Der Restmüll besteht aus Abfällen, die nicht anders verwertet werden können. In München wird er zum Heizkraftwerk Nord in Unterföhring gefahren. Restmüll, nicht verwertbarer Sperrmüll von den Wertstoffhöfen und Gewerbeabfall werden bei bis zu 1.000 Grad verbrannt und in Strom und Fernwärme umgewandelt. In München gibt es üblicherweise keinen gelben Sack. Alternativ kann man zu Wertstoffinseln oder Recyclinghöfen gehen.  Warum gibt es in München keine gelbe Tonne? Der Ursprung des Dualen Systems liegt in den 90er Jahren, als nicht nur Kommunen, sondern auch der Handel für die Rücknahme von Plastikmüll zahlen sollte. Diese Verpackungen wurden mit dem grünen Punkt gekennzeichnet, da der Handel schon für die Entsorgung gezahlt hat. Dieser wanderte dann in den gelben Sack oder in die gelbe Tonne. In München selbst übernimmt nicht die Stadt, sondern ein privates Unternehmen die Entsorgung. Das bringt uns zum nächsten Punkt: mit Müll lässt sich viel Geld verdienen. Die Firma Duales System Deutschland, die einst den grünen Punkt einführte und nun zu Remondis gehört, machte beispielsweise 2016 561 Millionen Euro Umsatz bei nur 422 Mitarbeitern. Eigentlich gibt es auch nicht nur ein duales System, sondern zehn. Dass es immer weniger Wertstoffinseln für die private Firma in München gibt, ist ein anderes Problem. Heißt diese sind meist übervoll. Warum wird dann nicht stärker auf Mülltrennung in München geachtet? Nun, es gibt denke ich zwei Hauptgründe: 1) Finanziell sind das private Unternehmen und das Abfallwirtschaftsamt Konkurrenten. Wäre die Abfallwirtschaft in öffentlicher Hand, wäre schon einmal einiges einfacher und es würde mehr Geld in die öffentlichen Kassen gespült, denn Abfall bedeutet auch Geld. 2) Zudem landet der getrennte Müll trotzdem häufig zusammen in Müllverbrennungsanlagen und man hat – genau – nichts gewonnen. In München gehen Weißblech, Aluminium, Getränkekartons und getrennte Kunststoffarten in die stoffliche Verwertung. Insbesondere bei Kunststoffgemischen wird es schwierig. Zu den Tonnen kann man noch Dosen und Glas wegbringen. In der Sortieranlage wird Glas nochmals nach Farben sortiert, zerkleinert und in eine Glasfabrik gebracht, die daraus wieder Glas herstellt. Soviel zur Theorie. Hier im Haus gibt es offiziell drei, inoffiziell aber nur zwei Tonnen: Restmüll und Papier. Der Bioabfall ist Dank der Gartenabfälle eigentlich immer voll. In der Nähe der Wohnung gibt es zwar eine Wertstoffinsel, aber nicht für Kunststoff. Der Recyclinghof ist mit dem Bus etwa 30 Minuten entfernt und ist zeitlich bedingt nur während Urlaub oder an Samstagen gut erreichbar. Wenn ich meinen Kalender anschaue, heißt das konkret, dass ich erst in vier Wochen Abfall wegbringen könnte. Ja, nee. Bei Kunststoff könnte ich mir noch vorstellen ihn zu lagern, aber bei Biomüll hört es bei mir definitiv auf. Wer alles in der Nähe oder ein Auto hat, ist hier definitiv im Vorteil.

Ein wichtiges Kapitel ist in meinen Augen das Kapitel 3, welches den Einkauf ohne Plastik behandelt und gleich zu Beginn der Challenge angegriffen wird. Grob wird empfohlen die Verpackung selbst mitzunehmen, neue Geschäfte zu suchen, selber Mischen statt kaufen (Müsli z.B.), Spezialitätenläden aufzusuchen. Mehr zu den einzelnen Punkten in der Challenge.

Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich mit Kochen ohne Plastik. Egal ob in beschichteten Pfannen, Alufolie oder Plastikdosen, man hat überall Kunststoffe. Wenn etwas Neues angeschafft werden soll, kann ich mir vorstellen darauf zu achten, aber was bereits vorhanden ist, wird in meinem Fall definitiv weiter verwendet.

Kapitel 6 nennt plastikschonende Alternativen zu Putzmittel. Bei den meisten lohnt sich allerdings ein Blick in das Chemiebuch.

Challenge

Die Challenge startet bei mir, wie weiter hinten im Buch empfohlen, an einem Samstag, der für Planung verwendet werden soll. Hier geht es um die Bestandsaufnahme beim Einkauf, bei dem man sich 1-2 Sachen herausgreifen soll, die man nun Plastikfrei kaufen will.

Bestandsaufnahme Lebensmittel

Tetrapaks werden als guten Startpunkt genannt. Nun, wir müssen nicht einkaufen und dadurch wird der zweite Tag (Vorhaben ansprechen) gleich mit dem ersten Verbunden und die üblichen Lebensmittel durchgesprochen.

Milch

Wir verbrauchen etwa 1 l Milch pro 2 Tage. Heißt wir kaufen bisher einen Karton Tetrapaks Milch. Tetrapaks sollen ja ein guter Start sein. Also, suchen wir erst einmal nach Geschäften, die Milch in Glasflaschen verkaufen. Der Supermarkt direkt bei der Wohnung ist es nicht. Also ja, sie bieten Frischmilch in Flaschen an, allerdings sind das Plastikflaschen. Die nächsten beiden haben kaum Auswahl, heißt wir müssen einen nehmen, der auf dem Arbeitsweg liegt. Das funktioniert aber auch nur, wenn am Abend nichts geplant ist. Heißt ich könnte entweder heute oder am Donnerstag wieder Milch kaufen. Die Woche darauf geht es sogar an drei Tagen, die Woche darauf an einem Tag. Für Frischmilch bei der Menge schwierig, zumal ich dann auch andere Lebensmittel einkaufe und irgendwann die Menge an Lebensmittel, die man problemlos in Bus, Bahn sowie zu Fuß schleppen kann, erreicht ist. Ok, ich wohne nicht alleine in der Wohnung, aber auch hier gibt es zeitlich immer wieder Einschränkungen.

Natürlich kann ich auch bei der Arbeit einkaufen. Nur bei einem Arbeitsweg von etwa einer Stunde mit Öffentlichen, wenn es keine Probleme gibt, insbesondere bei den Temperaturen, muss ich jetzt bei Frischmilch nicht haben. Ansonsten kaufe ich durchaus dort auch einmal ein.

Schauen wir uns die Ökobilanz an. Tetrapaks sind nicht so gut, wie immer angepriesen, aber auch Glas bestand einmal aus Sand, der Deckel enthält ebenfalls Kunststoffe. Glas ist schwerer und hat damit einen teureren Transport. Beides ist somit nicht optimal. Mehrweg sehe ich an sich noch besser an als Einweg. Doch nicht überall wo Pfand drauf ist, ist auch Mehrweg. PET-Flaschen sind durch ihr Gewicht am sinnvollsten, da sie sowohl wiederverwendet als auch leichter sind. Mehrwegglasflaschen werden im Schnitt etwa 50 Mal eingesetzt und lohnen sich damit mehr als irgendwelche Einwegflaschen. Milchflaschen werden laut gegoogelten Zahlen bis zu 16 Mal verwendet. Regional ist besser auf Grund der kurzen Wege. 65 % der Getränkekartons werden in Deutschland recycelt, wodurch sie überraschend positiv angesehen sind. Trotzdem bestehen sie aus Tetrapacks  bestehen aus Karton (ca. 70 %), Holz, Polyethylen (25 %) gegen Durchnässung sowie Aluminiumfolie (4 %) zum Schutz vor Licht und Sauerstoff. Polyethylen wird übrigens verbrannt. Die 65% Recyclingquote wird übrigens angezweifelt. Leider habe ich auf die Schnelle keine Angaben zum Plastikanteil im Deckel der Glasflaschen gefunden.

Damit es aus meiner Sicht Sinn macht, verwendet man möglichst regionale Milch, vielleicht aus einem der Milchautomaten bei einem Bauern. Dadurch könnte ich die Glasflaschen selbst spülen, müsste sehr genau auf die Hygiene achten, hätte aber auch geringe Transportwege und würde regional kaufen. Leider bräuchte ich für die nächsten Automaten mal wieder ein Auto. Nachdem es neben den Ökoboxen keine Biolieferdienste mit Produkten aus der Gegend gibt und ich bei einem Anbieter auf der Warteliste stehe, fällt diese Option erst einmal weg.
Natürlich kann ich immer sagen, ich bestelle bei einem der vielen Lebensmittellieferdienste, die teils bis Mitternacht liefern. Das mache ich durchaus, insbesondere wenn ich mehrere schwere Lebensmittel kaufen will ohne mir ein Auto zu mieten, aber als regelmäßige Dauerlösung sehe ich es ebenso wenig. Es sollte finde ich immer noch eine Ausnahme bleiben. Besser als Auto zu mieten und zu fahren, da mehrere Einkäufe sozusagen hintereinander erledigt werden, aber trotzdem ist es ein Auto mehr auf der Straße inklusive der Kühltaschen. Zumindest werden meist Kartons und Papiertüten verwendet, doch halt, Papiertüten sind deswegen nicht unbedingt besser. Die Verwendung von Papiertüten lohnt sich erst nach vier Mal! Um es reißfest zu machen, muss es erst aufwändig behandelt werden und tada es ist ökologisch deswegen nicht besser. Selbst Baumwolltüten sind ökologisch nicht nur positiv zu bewerten. Sie sorgen dafür, dass der Boden übersäuert. Heißt eine Baumwolltüte lohnt sich erst nach etwa 25-30 Mal Gebrauch.

Resultat: wir bleiben vorläufig bei den Tetrapaks. Als einzig sinnvolle Alternative sehe ich noch die Lebensmittellieferdienste und diese Aussage gefällt mir trotzdem nicht, da mir um ehrlich zu sein die Fahrer teils leid tun. Klar, nachdem in München keine gelben Säcke existieren und die Wertstoffinsel keine Plastiktonne hat, wird nichts recycelt. Dies ist mir schon bewusst, nur sind die Alternativen auch nicht wirklich besser, wenn man ohne Auto ist.

Joghurt

Wir verbrauchen etwa 2-3 Kilo Joghurt pro Woche. Diesen kaufen wir in 1-Kilo-Eimern aus Plastik – sowie ich meinen Teil in 500 g Bechern –  die mehrmals und lange wiederverwendet werden. An den Haltestellen, wo wir von U-Bahn auf Bus umsteigen, liegen Supermärkte, die auch Joghurt in Gläsern anbieten. Gewichtsmäßig würde es gehen, bleiben aber noch die Deckel übrig. Alternativ sehe ich hier Joghurt selbst herstellen – teils in Plastikgefäßen. Dies haben wir früher als ich Kind war daheim probiert und es nach ein paar Wochen aufgegeben. Auch hierfür bräuchten wir wieder Milch. Joghurt selbst herstellen, würde mich tatsächlich wieder reizen, einfach schon um zu sehen, ob es klappen würde, aber wie so häufig braucht man dafür Zeit. Nächstes Jahr vielleicht. So lange bleibt es bei den 1-Kilo-Eimern.

Käse

Käse habe ich tatsächlich auch schon selbst hergestellt, lohnt sich aber nicht wirklich bzw. ist mir zu viel Aufwand aktuell. Daher habe ich nach Käsetheken geschaut, die den Käse zumindest in gewachstes Papier packen. Die Supermärkte hier im Umkreis besitzen keine Käsetheke. Übrig blieb ein Delikatessenladen, den ich zeitbedingt (Öffnungszeiten vs. Arbeitszeiten) nur Samstags besuchen kann, wenn ich nicht gerade schon etwas anderes vor habe. Frischer Käse bleibt keine Woche gut. Heißt besser planen oder wieder auf altbewährten Käse aus dem Supermarkt zurückgreifen. Den nächsten Käse kann ich in vier Wochen kaufen. Juhuu!

Natürlich gibt es hier wie an vielen Ecken in München einen Bauern- oder Wochenmarkt. Der hilft nur sehr viel, wenn er während der Arbeitszeit stattfindet.

Frischkäse

Frischkäse habe ich ebenso schon ab und zu aus Joghurt hergestellt. Verfeinert mit Kräutern durchaus ein Erlebnis. Der Joghurt ist allerdings wieder in Plastik verpackt, hilft also nur bedingt weiter.

Fleisch und Wurst

Die Metzgerei in Fußlaufweit hat wirklich gute Produkte, entsprechend lange sind die Schlangen und die damit verbundene Wartezeit. Die Produkte werden in gewachstes Papier gepackt und erst auf der Theke kann man seine mitgebrachten Verpackungen einsetzen. Hier sehe ich wirklich einen Ansatzpunkt – mit einem aber. Zeitlich bedingt ist ein Einkauf mal wieder nur Samstags möglich – mit allen Einschränkungen von oben. Der nächste Einkauf ist erst in vier Wochen möglich. Hieße es wird im Vorrat gekauft und teils eingefroren. Ohne Plastik wird es hier bei Fleisch auch wieder schwierig. Spontanes Grillen ist ebenso schwierig möglich, was in der Feuerwehr ja nie vorkommt *hust* Ich denke mit mehr Zeit kann man hier durchaus Plastik sparen.

Eis

Wir essen viel Steckerleis. Steckerleis als Cones haben das wenigste Plastik. Darauf kann man sich durchaus beschränken. Alternativ kann man Eis natürlich selbst herstellen. Bei der Menge an verspeisten Eis, insbesondere wenn Besuch da ist, ist eine Eismaschine eigentlich am sinnvollsten (wenn man den Verbrauch nicht reduzieren will). Diese hat natürlich auch Plastikteile, zudem gibt es dann kein Steckerleis, denn die Formen sind wieder aus Plastik. Da machen die anderen nicht mit. Anderen? Der Mitgehangene der Challenge und die Gäste, die wir regelmäßig in der Wohnung haben.

Nudeln

Kartons statt Plastik ist denke ich äußerst einfach und zum guten Teil schon umgesetzt.

Reis

Reis kaufen wir bereits in Papiertüten und Kartons.

Gewürze

Gläser sind möglich, haben aber Plastikdeckel. Es bleibt damit so, wie es ist.

Kaffee

Damit Kaffee nicht ausraucht, ist er üblicherweise in Kunststoffverpackungen. Alternativ findet man einzelne Sorten in Blechdosen, allerdings nicht meine Lieblingskaffees. Heißt hier wird nichts geändert.

Obst und Gemüse

Die Supermärkte in der Nähe der Wohnung verpacken viel in Plastik. Um wirklich alles plastikfrei einkaufen zu können, müssen Viktualienmärkte und Delikatessenläden in Busreichweite aufgesucht werden. Dies ist mit etwas Mehraufwand verbunden, aber machbar. Auf Grund der Öffnungszeiten erfolgt der nächste Einkauf in vier Wochen – nicht. Im Notfall nehme ich erst einmal Plastik in Kauf.

Brot

Die Bäckereien sind hier ums Eck und dadurch kein Problem. Zudem bieten Supermärkte deren Brot ebenfalls an, was bereits teilweise genutzt wird. Brot selbst backen sehe ich auf Grund der guten Qualität nicht ein. Warum soll ich nicht die lokalen Betriebe unterstützen?

Limo und Saft

Limo und Saft ist finde ich ein spannendes Thema. Ich selbst trinke zu Hause meist Leitungswasser, ab und zu mit Saft versetzt. Der Saft ist mal wieder in einem Tetrapak. Glasflaschen sind in einem Plastikbehälter, mit Plastikdeckel und dank Gewicht bräuchte ich ein Auto, um den Saft zu kaufen. Alternativ könnte ich ihn mir liefern lassen. Durch regelmäßige Gäste kommen wir auf etwa 12 Liter Limo pro Woche. Das klingt durchaus viel, ist aber verteilt auf zehn bis zwanzig Personen. Anderen Leuten will ich nicht vorschreiben, welche Getränke sie zu trinken haben. Nachdem zuckerhaltige Getränke fest stehen, haben wir die Alternative Glasflaschen durchgespielt. Da die Supermärkte in der direkten Umgebung keine oder kaum Limos in Kästen anbieten, müssten wir mit einem angemieteten Auto zu einem Supermarkt fahren oder uns regelmäßig Lebensmittel liefern lassen. Getränke“streamer“ wurden ebenfalls durchgespielt und auf Grund des Plastiks verworfen. Die einzige plastikfreie Alternative, die ich sehe in diesem Fall, ist es Limo selbst herzustellen. Dies wird demnächst noch ausprobiert.

Kuchen

Kuchen kann man selbst backen oder beim Bäcker. Ich selbst esse so gut wie nie einen, aber der Mitgehangene in der Challenge regelmäßig. Hieße in diesem Fall pro Woche einen Kuchen backen, was zeitlich naja… Aktuell etwas schwierig, aber auf lange Sicht machbar, zumal man Kuchen einfrieren kann.

Dosenvorräte

Die einzige plastikfreie Alternative zu Dosentomaten, -mais, -champignons (ja, nicht lecker, aber wenns schnell gehen muss ok), -fisch ist meiner Meinung nach alles frisch kaufen. Wenn man Glasvorräte mit Dosenvorräten vergleicht, kommt man zum Schluss, dass beides nicht optimal ist. Dosen aus Metall sind sehr energieaufwändig. Für die Gläser gibt es dafür kein Mehrwegsystem. Solange sie privat nicht häufiger verwendet werden, sind sie ökologisch ebenso nicht sinnvoll, da die Herstellung sehr energieaufwändig ist. Einwegglas wird vom Umweltbundesamt als schädlichste Verpackungsart eingestuft.

Fisch

Das nächste Geschäft mit frischen Fisch ist weiter weg, heißt frühestens in vier Wochen.

Sonstige TK-Vorräte

Teils kann man die Lebensmittel selbst machen oder frisch kaufen und dann einfrieren. Dies mache ich teils auch, aber wenns schnell gehen muss, haben wir immer genug eingefroren. Dies kann man durchaus im Lauf der Zeit verbessern, indem der „Fertiganteil“ (Gemüsemischungen, Meeresfrüchte, Garnelen Kalamari, Pommes) reduziert wird. Ohne Vorräte möchte ich auf Grund mancher Unplanbarkeit nicht sein.

Fertigsalat in der Arbeit

Mittags esse ich gerne Salat in der Arbeit. Dieser ist meist ein Fertigsalat. Zuletzt habe ich ihn aber immer wieder, je nach Kühlschranklage daheim, durch mitgebrachten Salat ersetzt, da mich der Preis und Plastikmüll zu stark genervt haben. Immer werde ich das aber nicht schaffen.

Süßes

Dies ist ein schwieriges Thema. Klar kann man einfach auf Süßes verzichten, wäre auch gesünder. Kekse und Kuchen kann man ebenso backen. Es gibt aber ein paar Grenzen.

Vor allem werde ich immer etwas Süßes für den Notfall im Gerätehaus der Feuerwehr aufbewahren. Man weiß nie, wann der nächste längere Einsatz ist, nachdem man einfach was schnell braucht oder wann man hungrig knapp vor einem Essen loslaufen darf. Neben was Pappsüßem habe ich hier Studentenfutter, gekauft in mehreren Kilos, und Bananenchips. Beides hat sich im letzten Unwettereinsatz bewährt. Zudem wollte ich weitere Trockenfrüchte und Müsliriegel sowie Calciumchlorid für den Elektrolyttrink aufbewahren.

Was den Mitgehangenen und die Gäste anbelangt: Chips kann man für wenige Personen selbst machen, wobei ich noch die Mikrowellenmethode ausprobieren wollte, aber für Gruppen wird es irgendwann unrentabel. Bei anderen Süßigkeiten kann man höchstens auf Großpackungen umsteigen.

Ergebnis

Was nun versucht wird: Obst und Gemüse möglichst plastikfrei zu kaufen sowie Limo selbst herzustellen. Außerdem werde ich wieder verstärkt selbst gemachten Salat in die Arbeit mitnehmen. Dies wird aber – auch Dank der Plastikverpackung der Salate hier im Laden und der Zeiten für Einkauf – teils nicht funktionieren.

Ich war selbst erstaunt, ab wann Papier- und Baumwolltüten erst ökologisch sinnvoll sind.  Auch wenn ich vom Plastikmüll am Meer entsetzt bin, wie hier in Thessaloniki (mit weiterem Schmutz):

Rezension: Es geht auch ohne Plastik - 1. Woche

Ist auch die Herstellung von anderen Verpackungen, wie Papiertüten oder Einwegglas nicht ohne. Zudem nutzt es wenig, wenn ich mir, um Plastik zu sparen, ein Auto miete, um Einkaufen zu fahren. Man kann sicher an der ein oder anderen Ecke einsparen. Manches lässt sich nicht vermeiden oder man wählt zwischen Pest und Cholera.

Vorbereitung unverpackter Einkauf

Für den unverpackten Einkauf soll man am Montag Equipment sammeln. Nun, nachdem ich an dem Tag mal wieder keine Zeit habe, ziehe ich den Tag der Challenge vor. Vorgeschlagen werden:

  • Körbe, Baumwolltaschen, wiederverwendbare Einkaufstaschen
  • kleine Taschen oder Tütchen für Obst und Gemüse
  • Behälter für Wurst/Käse
  • leere Schraubgläser

Gut, wenn ich nach der Arbeit einkaufe, wandert sowieso alles in den Rucksack, den ich immer dabei habe. Unser Leergut wird in vor etwa 10 Jahren in einer Schulung bekommenen großen Taschen aufbewahrt, in die auch gleich der Einkauf landet. Mehrere Baumwolltaschen können für Obst und Gemüse verwendet werden. Diese sind schon seit Jahrzehnten im Einsatz und sind dadurch ökologisch als gut zu werten. Gewürze, loser Tee und weitere Lebensmittel werden bereits in Schraubgläsern oder Plastikdosen (seit 20 Jahren im Gebrauch und noch nicht ansatzweise kaputt) aufbewahrt. Für Wurst und Käse habe ich damit genügend Behälter. Auch wenn dies teils aus Plastik ist, sehe ich nicht ein diese Wegzugeben, da sie noch ihren Sinn erfüllen und weder porös noch mit Rissen behaftet sind. Wegwerfen wäre gar kontraproduktiv.

Vorbereitung Läden, die offene Produkte verkaufen

Der Dienstag Abend steht im Zeichen der Feuerwehr und nachdem das Abendessen eher einem Mitternachtssnack gleicht, wird der Challengetag ebenfalls vorgeschoben. Ihr wundert euch noch, warum ich Probleme mit dem Einkaufen habe? Gut, Läden recherchieren, die offene Produkte verkaufen heißt das Thema. Für München gibt es sogar schon eine Auflistung an Möglichkeiten.

  • Die Unverpackt-Läden sind in der Stadtmitte und für mich, wenn ich nicht früher Feierabend mache, wenn dann am Samstag erreichbar – heißt frühestens in vier Wochen, wo ich aber schon Fleisch, Wurst, Gemüse und Obst sowie Käse… Ach, Mist!
  • Vom-Fass-Läden: aktuell habe ich noch mehr als genug Öl und Essig für die nächsten Jahre, aber solche Läden bieten meist eine gute Qualität. Fressmessen sind auch eine gute Gelegenheit sich mit Öl und Essig einzudecken.
  • Viktualienmarkt: der nächste zur Wohnung ist der in Pasing. Die Auswahl liebe ich, nur leider nur am Samstag oder wenn ich früher Feierabend mache praktikabel.
  • Wochenmärkte: in Maxvorstadt habe ich den bei der Pinakothek geliebt. Hier habe ich das Problem, dass er während meiner Arbeitszeit stattfindet.
  • Türkische und Griechische Läden: stimmt, da wollte ich einen in Pasing ausprobieren. Dies geht sogar noch eher nach der Arbeit oder eben an einem Samstag.
  • Saisonal und regional: dem kann ich nur zustimmen.
  • Alternativen zum Einkauf: Ich bin seit fast 1 1/2 Jahren auf der Warteliste von Waldgärtner. Vielleicht wird das irgendwann was.
  • Mundraub: verwende ich seit Jahren immer wieder.
  • Urban Gardening: ich habe meine Loggia mit Kräutern und ein wenig Obst und Gemüse.
  • Ansonsten lohnen sich teils Spezialitätenläden.

Aktion: Sag-Nein-Tag

Der Aktionstag ist am  Mittwoch, dem fünften Tag der Challenge, und neben Terminen mit Gästen in der Arbeit habe ich auch noch andere Aufgaben. Grobes Thema ist Ablehnen von Einwegplastik, Werbegeschenken, Werbepost und Katalogen sowie Strohhalme in der Latte. Die Kullis in der Arbeit oder gar Kabel (HDMI, Cat6, Stromkabel) kann ich schlecht ablehnen. Kataloge bekommen wir kaum, ein „Keine Werbung“ Aufkleber wäre noch eine Idee. Dieser wird nächste Woche geliefert – ja, wieder Papier auf dem Weg – und angebracht. Latte? Welche Latte? Daheim habe ich schon jeher Edelstahlstrohhalme und unterwegs trinke ich keine Latte, sondern einfachen Kaffee oder Espresso. Sry, falsches Klientel.

Vorbereitung Putzuntensilien

Endlich einen Tag, an dem ich mitmachen kann – von der Feuerwehr aus. So jedenfalls der ursprüngliche Plan. An diesem Tag geht es um eine Bestandsaufnahme der Putzutensilien. Was da ist, soll aufgebraucht werden. Als Beispiele für plastikfreies Putzen werden waschbare Tücher aus Baumwolle (teils im Einsatz), Spülbürsten aus Holz oder Edelstahl (tatsächlich Alternativen, haben Edelstahlschwamm für Töpfe) sowie Soda, Natron und die anderen natürlichen Mittelchen genannt. Soda und Natron verwenden wir bereits, aber noch nicht so häufig wie möglich. Dann werden noch Rezepte für Putzmittel genannt. Praktisch wenn der Mitgehangene auch in der Feuerwehr ist und zudem CTA gelernt hat. So macht das Durchgehen der Putzutensilien und -mittelchen – wenn schon, denn schon – gleich mehr Spaß.

  • Spülmittel, Spülmaschinenpulver ergibt Limo, also Natriumhydrogencarbonat mit einem ungefähren PH-Wert von 10, der sicherlich keine hartnäckigen Reste entfernt
  • Klarspüler: Essig anstelle von Zitronensäure wäre sinnvoller
  • Badreiniger: Essigwasser wäre sinnvoller
  • WC-Reiniger: ebenfalls Limo, warum nicht Essig?
  • Abflussreiniger: warum nicht Natronlauge? Also außer man hat Kalkablagerungen, dann wäre es kontraproduktiv.
  • Waschmittel: das soll helfen? Klingt ungefähr so gut wie die nicht erwähnten Waschnüsse, die ich nicht ausprobieren werde.

Chemieunterricht und so… Bei den Rezepturen werden Unmengen an Chemikalien eingesetzt, die wiederum nicht optimal für die Umwelt sind. Keine Frage, konventionelle Putzmittel sind auch nicht ohne. Hier heißt es wohl abwägen und manchmal einfach zu Essigwasser greifen.

Umsetzung Unverpackt einkaufen Teil 1

Endlich steht ein Einkauf im Supermarkt an, in dem man auch die Zutaten für die Putzmittel besorgen soll. Endlich Einkauf? Mist, habe keine Zeit. Eigentlich steht nach der Arbeit bis spät Abends Feuerwehr an. Eigentlich würde ich den Einkauf auf die kommende Woche verschieben, denn welch ein Wunder, Tags darauf ist ab in der Früh auch wieder Feuerwehr angesagt. Aber wenn ich mir den vorherigen Abschnitt anschaue, brauche ich nicht mehr als Essigessenz, die sowieso daheim ist. Natron haben wir natürlich auch.

Die erste Woche soll das Bewusstsein stärken. Das hat sie tatsächlich, jedoch kann ich zumindest nicht alles an Plastik als schlecht ansehen.

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