Quick and Dirty: Dwarf Bread

Eigentlich wollte ich ja nur die übrig gebliebenen Zutaten vor dem Umzug verbacken. Eigentlich. Wie es häufig so ist, passiert etwas anders als geplant. In dem Fall wurde es kein leckerer Schoko-Kokos-Kuchen, sondern Sägespäne mit Schoko-Kokos-Geschmack – oder, wie es mir beim Frühstück erklärt wurde – Dwarf Bread.

Kennt ihr Discworld, auf Deutsch Scheibenwelt, von Terry Pratchet? Ich liebe ja diese Fantasyreihe und habe mich auf Grund eines Lachkrampfs fast am Kuchen-Brot verschluckt. Zwergenbrot, so der deutsche Begriff, wird wie Brot gebacken, ist aber nach dem Backvorgang steinhart. Es ist rein theoretisch ein unverderbliches Nahrungsmittel, aber beim Anblick von Zwergenbrot verspürt selbst ein Verhungernder keinen Appetit mehr oder er sucht fieberhaft nach Alternativen, wie zum Beispiel den eigenen Gliedmaßen. Sollten diese schwer zum Abnagen sein, ißt man dann doch das Zwergenbrot, auf Grund von fehlenden Alternativen.

Auf Grund seiner Beschaffenheit lässt sich Zwergenbrot auch als Waffe einsetzen. Es gibt sogar historische Streitaxen, wie Battle Bread of B’hrian Bloodaxe., die von kultureller Bedeutung sind, und u.a. im Zwergenbrotmuseum in Ankh-Morpork ausgestellt werden. Zwerge, die nicht mehr in den Bergen bzw. unter ihnen hausen, beschweren sich häufig über die Massenproduktion von Mr. Ironcrust, da dessen Brote nicht den Standards entsprechen, aber die Zwerge sind zu beschäfigt, um sich die Ausstellung im Museum anschauen oder gar zu helfen.

In Witches Abroad diskutieren die Hexen Nanny, Magrat und Granny über ihre Essensmöglichkeiten:

„That’s the famous dwarf bread, that is. They don’t give that to just anyone.“ Nanny tapped it on the edge of the boat. It made a noise very similar to the kind of noise you get when a wooden ruler is held over the edge of a desk and plucked; a sort of hollow boioioing sound.
„They say it never goes stale even if you stores it for years,“ said Granny.
„It’d keep you going for days and days,“ said Nanny Ogg.
Magrat reached across, took one of the flat loaves, tried to break it, and gave up. „You’re supposed to eat it?“ she said.
„Oh, I don’t think it’s for eating,“ said Nanny. „It’s more for sort of–“ „–keeping you going,“ said Granny.

und:

„I’m getting hungry,“ said Granny Weatherwax. „And don’t no one mention pumpkin.“
„There’s dwarf bread,“ said Nanny.
„There’s always the dwarf bread,“ said Granny. „I fancy something cooked this year, thank you all the same.“

Genau so ein lustiges Exemplar hatte ich also daheim, auch wenn ich es nicht nach Nanny Oggs berühmten Kochbuch gebacken habe.

Quick and Dirty: Dwarf Bread

Man nehme das restliche Roggenmehl, mischt es mit dem restlichen Kakao, rührt dann viel zu viele Kokosflocken ein, nimmt etwas Zimt, Zucker, Salz und Muskat für den Geschmack. Backpulver, damits wenigstens minimal aufgeht und rührt dann soviel Wasser ein, dass eine Pampe entsteht. Diese füllt man in die spätestens jetzt vorzubereitende Kastenform ein und backt das Brot für etwa 20-30 Minuten, also so, dass es möglichst hart ist, aber noch gut ausschaut.

Das ist zwar ein so nicht geplanter, aber trotzdem wie ich finde passender Beitrag für das bibliophil-kulinarische Dauerevent Lesehungrig von Shermin aka Magischer Kessel.

Quick and Dirty: Dwarf Bread

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