Urlaub: City of London Gins

Nach der East London Food Tour hatte ich nur noch etwas geplant: City of London Gin Tasting! Wenn ich schon in London bin, wollte ich auch mir eine Gin-Destillerie anschauen. Beefeater ist die übliche bei Touris. Nachdem ich kleinere Läden und Erzeuger mag, suchte ich weiter und stieß dabei auf City of London Gin. Die eigentliche Führung passte so überhaupt nicht zu meinen Vorstellungen, also landete ich bei einer Führung inklusive Tasting. Die Tour findet immer Abends statt (eindeutig ein Pluspunkt) und kostet 25 Pfund. Anfangs fand ich den Preis ordentlich, aber bei der Menge an Gin ist er mehr als gerechtfertigt.
Ich war wenige Minuten vorher schon da und wurde an die Bar geführt. Dort kann man den Barkeepern beim Mixen zuschauen und selbst einen Gin Tonic verkosten.
Urlaub: City of London Gins
City of London Gins stellt insgesamt 5 verschiedene Sorten her, wobei 4 davon Gin und einer ein Likör ist.
  • No 1 ist der City of London Dry Gin: schmeckt stark nach Zitrus
  • No 2 Christopher Wren Gin, der von Tom Nichol innerhalb weniger Wochen kreirt wurde und ein komplexes Aroma hat
  • No 3 Old Tom Gin: leicht süß, würzig und zugleich Zitrus
  • No 4 Sloe Gin, dem Schlehenlikör, und
  • No 5 Square Mile London Dry Gin, der ebenfalls ein komplexes Aroma hat und mehrere Monate brauchte, bis er so schmeckt.
Nachdem die Führung von der unseren länger dauerte, gab es noch einen zweiten Gin Tonic aufs Haus. Puuuh! Interessant fand ich die viertelte Grapefruitscheibe im Getränk.
Dann ging es zusammen mit dem Guide Alfie zur Destillerie, die man von der Bar aus durch eine Glasscheibe auch sehen kann. Hier erklärte Alfie die Geschichte von Gin, wie Gin hergestellt wird und auch etwas über die Geschichte von City of London Gins.
Gin entsteht durch die Aromatisierung von reinem Alkohol und der Verdünnung mit Wasser. Zum Aromatisieren wird immer Schlehe verwendet. Meist sind noch andere Zutaten dabei, wie Zitrone, Grapefruit oder Lakritz. Koriander ist auch eine typische Zutat.
Ursprünglich ist Gin die britische Form des holländischen Genevers. Nachdem Gin steuerbefreit war, kam ein ziemlicher Wildwuchs zustande und auch die Sterblichkeit stieg. Durch Qualitätskontrollen und Steuern wurde die Gin Krise versucht einzudämmen, mit dem Resultat, dass viele schwarz brannten und ihn über lustige Konstruktionen im Holz verkauften.
Der Kupferkessel und die mit Wasser einhergehenden Verbindungen (Kupfersulfat) sorgen übrigens für den Hangover am nächsten Morgen. Kupfer wird aber auch als Katalysator eingesetzt und löst Schwefel und Zyanide aus dem Alkohol.
Nach den Erklärungen ging es in den Versuchsraum, wo neben abertausenden an Flaschen aus aller Welt auch die meisten Zutaten aufgebaut waren.
Dann fing das Tasting an. Jeweils erst einmal pur, dann mit Tonic und natürlich die Aromen rausschmecken. Zum Glück gab es auch ein Wasserglas.
Je mehr Alkohol im Gin ist, desto weniger Aromen müssen hinzu. Hat der Gin weniger Alkohol, muss mehr mit Aromen gearbeitet werden. Mir hat der stärkste Gin eindeutig am besten geschmeckt – wie so ziemlich jedem anderen im Raum auch.
Zum Abschluss gab es noch Sloe Gin: Schlehenlikör auf Gin-Basis mit 28% und zum Glück nicht zu süß. Nachdem ich schon häufiger Schlehenlikör angesetzt hatte, allerdings meist mit Korn, einmal glaub auch mit Cognac, ist das eine Idee für den nächsten Herbst. Mal gucken, welcher Kollege damit absäuft.
Ach ja, wer keine Tour mehr ergattert, kann selbst den Gin in der eigenen Bar probieren. Das wars aus London! Die paar Tage waren sehr ereignisreich und interessant – und es gibt noch so viel zu sehen, zu verkosten…!
City of London Gin

22-24 Bride Lane
London EC4Y 8DT
http://www.cityoflondondistillery.com

Du magst vielleicht auch

4 Kommentare

  1. London ist immer eine Reise wert – bei mir ist es schon wieder viel zu lange her, und manches hatte ich auch nicht gebloggt, wie z.B. den Borough Market. Super, Deine Berichte! Und das mit dem Kupfersulfat wusste ich nicht, das erklärt doch einiges… 😉

  2. Hallo Barbara,
    jupp, dem stimme ich dir zu. Ich dacht mir nur lieber verblogge ich gleich alles, dann vergesse ich selbst auch nix. Ich kenn mich leider… Die Erklärung mit dem Kupfersulfat macht manchen Morgen erklärbar… 😉
    Einen schönen Sonntag,
    Daniela

  3. Ja, das kenne ich auch – was man nicht gleich aufschreibt, ist weg bzw. nur mit viel Aufwand wieder in die Schreibfinger zu holen.

    Über den Borough Market und ein paar andere Food-Themen wollte ich damals absichtlich nichts schreiben; sonst wäre es echt zu viel geworden. Ich picke mir nur immer ein paar Punkte raus.

  4. Hihi, kommt mir trotzdem auch bekannt vor. Ein paar Punkte habe ich ebenfalls gestrichen bzw. ausgelassen, weil es sonst einfach zu viel wird.
    Dir noch einen schönen Sonntag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.