Urlaub: Inverness

Die erste Station meines Schottlandurlaubes war Inverness. Inverness ist die Hauptstadt der Highlands und zugleich die größte Stadt in Nordschottland. River Ness, der von Loch Ness in die Nordsee fließt, teilt die Stadt. Folglich ist die Stadt ein guter Ausgangspunkt, um einen Ausflug zu Loch Ness zu machen. Nachdem die gesamte Stadt abgebrannt war, ist kein Gebäude älter als 200 Jahre. Dies inkludiert die Burg aus dem Jahr 1847, die auf den Überresten der mittelalterlichen Burg, die von den Jakobiten gesprengt wurde, aufgebaut wurde.

Besichtigung von Inverness

Die Anreise nach Inverness war mehr als chaotisch. Ich kam mit einem Tag Verspätung an, mein Gepäck folgte ein paar Tage danach. Ursprünglich wollte ich am Tag nach meiner Anreise mir die örtlichen Highland Games anschauen. Da der Weiterflug sich ebenfalls verspätete, verpasste ich die Highland Games vollends. Um den Tag wenigstens halbwegs versöhnlich ausklingen zu lassen, schaute ich mir die Stadt noch an. Die Altstadt ist klein, aber fein. Nachdem die Burg Inverness Castle noch genutzt wird, sind Besichtigungen schwierig. Bauarbeiten versperrten zudem ein paar Wege. Im Süden von Inverness liegen mehrere kleinere Inseln im Fluss Ness, die über Stege miteinander verbunden sind.  Hier verläuft auch der Great Glen Way, ein Fernwanderweg entlang des Caledonian Canals.

Ausflug zu Loch Ness, Culloden Battlefield und Clava Cairns

Am nächsten Tag besichtigte ich im Rahmen einer gebuchten Tour die Umgebung. Die geführte Tour war durch die ausreichend langen Stopps und dem geringen Anfahrtsweg angenehm gestaltet.

Zunächst machten wir einen Stopp, wo wir die Highland-Zottelviecher fotografieren konnten. Dann folgte die obligatorische Bootsfahrt ohne dem Seeungeheuer Nessie zur Burgruine von Urquhard Castle. Nach dem Jakobitenaufstand wurde die Burg vollends verlassen. Im Nachgang wurden die Gebäude systematisch geplündert, um Baumaterial für Häuser zu liefern. Hier hatten wir genügend Zeit, die Burgruine zu besichtigen. Leider war das Besucherzentrum vollkommen überlaufen, weswegen ich die Ruine und den schönen Ausblick bevorzugte.

Die Mittagspause verbrachten wir im kleinen Ort Beauly, etwa 15 Kilometer westlich von Inverness. Der Name Beauly ist auf die französische Bezeichnung für schönen Ort zurückzuführen. Den Mönchen muss Beauly als wunderbarer erschienen sein. Von den damaligen Gebäuden steht noch die Abteikirche, Beauly Priory. Nach einer Stärkung schaute ich mir die Ruine der Beauly Priory an, die angeblich auch in den Outlander Büchern, die ich nie gelesen hatte, vorkommt. Beauly Priory ist eine der drei Abteien, die um 1230 in Schottland für Mönche des Valliscaulian-Ordens gegründet wurden.

Der nächste Stopp war hochprozentiger: Glen Ord. Glen Ord ist eine Whiskybrennerei bei Muir of Ord auf der Halbinsel Black Isle in der Nähe von Inverness.  Wem Glen Ord nichts sagt, hat vielleicht schon was von Singleton gehört. Unter der Bezeichnung The Singleton werden neben Glen Ord auch Glendullan und Dufftown Single Malts abgefüllt. Genau die probierte ich auf einem Flight.

Die nächsten beiden Sehenswürdigkeiten waren geschichtsträchtiger. Culloden Battlefield ist der Schauplatz der letzten Schlacht des Jakobitenaufstandes. Neben dem Schlachtfeld, markiert durch Fahnen, Informationstafeln und Steinen, informiert ein Besucherzentrum mit interaktiver Ausstellung. Bonnie Prince Charlie und seine Armee stellten sich am 16.04.1746 dem Gegner, der meist aus britischen Regierungstruppen bestand, bei ungünstigen Bedingungen (Müdigkeit, Moor, etc.). Highlander kämpften, nachdem sie keine Einheit waren, sondern ihre eigenen Interessen verfolgten, auf beiden Seiten.

Den Abschluss bildeten die Clava Cairns, eine endneolithische Megalithanlage mit drei Rundhügel, umgeben von äußeren Steinkreisen bei Balnauran. Die Clava Cairns können nur zum Teil besichtigt werden und sind Teil eines großen Systems. Für die Menschen der Bronzezeit war die Wintersonnenwende das Maßgebende: Die Eingänge der Gräber sind so ausgerichtet, dass die Strahlen der Sonne beim Untergehenbei der Wintersonnenwende genau durch die Passage der Ringe hindurch scheint und auf die Wand dahinter fällt.

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