Ausflug: Münchner Weininseln

Weininseln

Gestern und vorgestern, also am 23. und 24. Oktober, waren die 4. Münchner Weininseln. Diesmal ging das Event über zwei Tage in der gesamten Stadt. Dazu wurden abendliche Veranstaltungen („Nachtschicht“) und eine Abschlussparty im 225 Liter angeboten. Ein kostenloser Bus-Shuttle erreichte auch die entlegeneren Stationen. Im Vorfeld wurden bereits Verkostungen angeboten.

Nachdem mir die letztjährigen Weininseln und die WeinEntdecker Tour gut gefallen haben, wollte ich diesmal auch einzelne Stationen der Weininseln besuchen. Auf Grund der Abdeckung wurde kurzerhand eine Online-Karte erstellt mit allen Stationen. Je nach Text und Vorerfahrung wurden die Stationen unterschiedlich eingefärbt, Kommentare dazu geschrieben und zwei grobe Routen festgelegt. Bei mir kamen leider noch erschwerte Bedingungen dazu, da ich anfangs der Woche mit Erkältung flach lag. Hieß also Routen nochmals verkürzen und schauen, wie weit ich es aushalte. Rein nach dem olympischen Gedanken „dabei sein ist alles“ gings los. Schaut mit!
Leberkassemmel und mehr: Münchner Weininseln

1. Tag auf den Weininseln

Der erste Tag führte, praktischerweise auf dem Heimweg von der Arbeit, nach Schwabing. Neben schenkenundtrinken und Boteghin, waren eigentlich auch sancho panza, Herbig Weinimport und GARIBALDI im Museumsviertel geplant. Ein bisschen viel? Jupp, insbesondere, wenn man nicht gleich um 15 Uhr startet und sich dann noch verratscht…

Station 1: schenkenundtrinken (Weininsel Nr. 18)

Als erste Station bot sich schenkenundtrinken an. Der Weinladen ist auf Bodenseeweine spezialisiert. Nachdem ich durch die Verwandtschaft eigentlich viele Bodenseeweine und Weingüter kenne, sollte es nicht allzu viel neues geben. Trotzdem war ich gespannt, insbesondere nachdem Weißherbste angeboten wurde. Weißherbst habe ich eigentlich erst während meiner Stuttgarter Zeit für mich entdeckt.

Wir, also der Kollege, den ich mitgeschliffen habe, und ich, waren die ersten Gäste. Der Laden ist eher klein, aber gemütlich und urig eingerichtet.
Leberkassemmel und mehr: schenkenundtrinken bei den Münchner Weininseln
Beide, also Mutter und Sohn, sind sehr sympathisch und es war angenehm Wein zu genießen und zu ratschen. Die drei Weißherbste waren:

  • Weingut Engelhof,
  • Hagnauer und
  • Staatsweingut Meersburg.

Tatsächlich war einer dabei, den ich noch nicht kannte: den vom Weingut Engelhof. Dieser befindet sich links auf dem Foto. Hagnauer und Meersburger folgen nach rechts.
Leberkassemmel und mehr: Bodensee-Weine bei schenkenundtrinken bei den Münchner Weininseln
Hagnauer und Meersburger waren wie zu erwarten, vom Weingut Engelhof war ich persönlich fast ein wenig enttäuscht, nachdem der Weißherbst eher leicht und im Vergleich zu den anderen beiden wenig Geschmack hat. Geschmackssache. Nachdem wir uns ziemlich verratscht hatten, kamen maximal noch zwei Stationen in Frage. 2 Stationen in 2 Stunden sollten machbar sein, oder?

Station 2: Boteghin (Weininsel Nr. 15)

Zu Boteghin wollte ich unbedingt, nachdem im Laden Weine aus Bulgarien von Arnold Zöhrer und Sommelier Natallia Elterich vorgestellt wurden. Ich hatte schon einmal eine Überraschung mit rumänischen Weinen erlebt und obwohl Bulgarien seit Jahrtausenden Wein herstellt, habe ich bisher noch nie einen aus dem Land probiert.
Boteghin war, im Gegensatz zur vorherigen Station, überraschend voll. Auffallend war, dass viele Leute aus der Nachbarschaft kamen, aber auch, dass genügend Häppchen angeboten wurden.
Leberkassemmel und mehr: Besucher bei Boteghin während der Münchner Weininseln
Mit Hilfe einer Landkarte wurde uns die Zweiteilung des Landes erklärt: während im kühleren Norden mehrheitlich Weißweine produziert werden, ist der warme Süden prädestiniert für kräftige, schwere Rotweine. Entsprechend waren die zu probierenden Weine gewählt, die es zusammen mit Käse (ohhh) und Schinkenbrote (nochmals ohhh) serviert wurden:

  • Chateau Burgozone Familiy Selection 2013, Weißwein trocken, Rebsorte Viognier
  • Chateau Burgozone Marselan 2012, Rotwein trocken
  • Damianitza ReDark 2009, Rotwein trocken, Rebsorten Cabernet Sauvignon, Ruen und Rubin

Leberkassemmel und mehr: Rotwein aus Bulgarien bei Boteghin während der Münchner Weininseln
Joa, den Wein kann Frau trinken. Sowohl die Weine als auch den Laden muss ich mir merken.
Auch hier haben wir es mal wieder geschafft uns zu verratschen. Nachdem es kurz vor 20 Uhr, also heutiger Schluss der Weininseln mit Ausnahme von der Nachtschicht, war, ging es lieber zur nächstgelegenen Eisdiele.

2. Tag auf den Weininseln

Der zweite Tag der Weininseln startete etwas später und mit einer an das Tempo des Vortages angepassten Route. Gestern war, typisch Samstag, deutlich mehr los.

Station 3: scheus Weinladen Blumen+Wein (Weininsel Nr. 12)

Der Elsäßer Gewürztraminer (und ein Sekt) plus der typischen Gugelhupf haben mich in scheus Weinladen gelockt. Mein erster wirklicher Wein, den ich probiert habe, kam aus dem Elsaß und war ein Gewürztraminer. Gekauft vor Ort und wohl auf ewig in Erinnerung. Nachdem ich auch nie etwas gegen Häppchen beim Wein habe, klang das nach dem perfekten Start.

Die Deko gefeil mir schon sehr gut, zudem war noch nicht so viel los. Das sollte sich während der Probe jedoch ändern.
Leberkassemmel und mehr: Deko bei scheus Weinladen zu den Münchner Weininseln
Gestartet wurde mit einem Pinot Sekt, einem Cuvée aus Pinot Blanc, Pinot Noir und Chardonnay, sowie Gugelhupf. Der Sekt war eher cremig ausgebaut und nicht fruchtig. Wieder etwas, was ich mir merken muss.
Der erste Gewürztraminer (Gewürztraminer SONNENBERG trocken) war typisch, so wie ich ihn aus dem Elsaß kenne. Lychee, Rosen, Muskatnuss und zugleich eine deutliche Säure. Also genau das Richtige für die Leberkassemmel. Der zweiter (Gewürztraminer Spätlese) war deutlich süßer, aber nicht pappsüß, und eher ungewöhnlich im Geschmack.
Leberkassemmel und mehr: Sekt bei scheus Weinladen während der Münchner Weininseln
Macht zusammen drei Gläser, die mir gut gefielen. Wenn das so weiter geht…
Die beiden Gewürztraminer stammten übrigens vom Weinhof Scheu.

Station 4: Bergwein (Weininsel Nr. 8)

Bergwein hat sich auf Südtiroler Weine spezialisiert. Nachdem es letztes Jahr bereits sehr schön und auch lecker vor Ort war, war diese Station ein Muss. Bergwein war bereits gut besucht, als wir ankamen und es wurde mit der Zeit deutlich voller.
Leberkassemmel und mehr: Besucher der Münchner Weininseln im Bergwein
Zum Probieren gab es, ebenfalls wie im letzten Jahr, 3 Weiße:

  • 2014 Weißburgunder Joseph
  • 2013 Kerner
  • 2014 Gewürztraminer

und 3 Rote:

  • 2014 St. Magdalener – für den ersten Roten sehr kräftig, lecker
  • 2011 Blauburgunder Riserva
  • 2012 Lagrein Riserva Berger Gei

Nachdem man zu zweit gut durchprobieren kann, gab es alle sechs Weine. Bei den Weißweinen fand ich insbesondere den Unterschied zwischen den Gewürztraminern von der vorherigen Station und dieser interessant.
Bei den Roten war ich vom St. Magdalener überrascht. Für den ersten Roten in der Runde war er überraschend kräftig – und lecker.
Leberkassemmel und mehr: Häppchen bei Bergwein zu den Münchner Weininseln
Wie im letzten Jahr gab es wieder Snacks, diesmal jedoch nur eine Sorte. Vom Aufwand her kann ich das sehr gut verstehen und die kleine Apfelscheibe sollte nächstes Jahr bitte nicht fehlen.
Leberkassemmel und mehr: Bergwein bei den Münchner Weininseln
Schade, dass der Tölzer Kasladen am Viktualienmarkt schon schloss. Nachdem auch der Tretter dieses Jahr nicht dabei ist, ging es gleich weiter zur nächsten Station.

Station 5: GARIBALDI am Marienplatz (Weininsel Nr. 7)

Auch wenn das Thema Aperitivo nicht hundertprozentig meines ist, war diese Station ebenfalls ein Muss. Perfekte Lage, um weiter fahren zu können, und mit zwei freundlichen Damen ausgestattet, mit denen man gut Reden kann und von denen man viel erfährt. Nun, auf Grund der Besuchermengen kamen wir nicht groß zum Reden, aber die Weine waren ja auch noch da.
Leberkassemmel und mehr: Besucher beim Garibaldi am Marienplatz während derMünchner Weininseln
Das Thema Aperitivo wurde mit drei verschiedenen „Sorten“ umgesetzt: Sekt, Weißwein und Rotwein. Wir probierten Weißwein und Rotwein. Besonders gut in Erinnerung ist mir der Chianti geblieben. Allerdings merkte ich da langsam, dass ich noch nicht ganz so fit war/bin. 225 Liter und die Abschlussparty wurden kurzerhand gestrichen und ein fauler Restabend auf der Couch vorgezogen.
Leberkassemmel und mehr: Besucher bei Garibaldi am Marienplatz während der Münchner Weininseln
Leider zu spät bemerkt und eigentlich auch, dank Zwischenmahlzeit, gerade satt: es wurden auch verschieden Pakete mit Häppchen angeboten. Super Idee! Soweit ich das gesehen habe, wurde das Angebot auch gut angenommen.
Leberkassemmel und mehr: Verschiedene Pakete bei Garibaldi am Marienplatz während der Münchner Weininseln

Fazit

Die Münchner Weininseln waren, wie auch im letzten Jahr, ein interessantes Event mit einigen netten Läden und leckeren Weinen. Die pinken Ballons haben einen guten Dienst als Erkennungszeichen geleistet.
Leberkassemmel und mehr: Luftballons als Erkennungszeichen der Münchner Weininseln
Häppchen bei den einzelnen Stationen der Münchner Weininseln finde ich sehr gut und wichtig. Ebenso selbst für die ein oder andere Zwischenmahlzeit zu sorgen. Die Kärtchen oder Zettel, die manche Stationen hatten, fand ich äußerst praktisch für Leute mit einem Gehirn wie ein Schweizer Käse: gut zum merken, was man probiert hat.
Schade fand ich, dass manche Stationen, wie der Tölzer Kasladen, schon recht früh dicht machten (stand so auch im Programm). Nachdem am Freitag eher weniger los war, wie ich auch durch ein paar Gespräche mitbekam, bin ich mir nicht ganz sicher, ob zwei hintereinander folgende Tage wirklich so gut sind. Einerseits gefällt es mir, dass man mehrere Stadtviertel so abgehen kann. Andererseits muss man sich auf einen Teil beschränken und kann Pech haben, dass man nicht genügend Zeit hat (insbesondere am Freitag), um alles zu Erkunden, was man sehen möchte. Auch wenn nicht genutzt, finde ich den Shuttle-Bus eine gute Idee, um entlegenere Stationen einfach und zeitnah zu erreichen.
Beim nächsten Mal bin ich sicherlich auch fitter.

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5 Kommentare

  1. Okay, wenn weiter entferne Weininseln dann nicht angefahren werden, ists natürlich blöd. Die Frage in meinen Augen ist ein wenig die Finanzierung. Klar, es gibt immer Sponsoren, aber würden Besucher für so einen Service auch zahlen?
    Viele Grüße
    Daniela

  2. Um ehrlich zu sein, so genau weiß ich es nicht. Ich habe mir nochmals die Shuttle-Bus-Routen angeschaut und ich muss dir Recht geben. Es ist schon eine Zeit her, dass ich sie mir zu Gemüte führte. Nachdem ich sowieso ein Jahresticket bei den Öffentlichen habe, war mir der Shuttle nicht so wichtig. Manche näheren Weininseln kann man leicht mit Öffentlichen erreichen, während die weiter weg sind, auch angefahren werden sollten. Nichtsdestotrotz frage ich mich, wie das finanziert werden kann.

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