Reise: Porto – Teil 2

Wie ihr vorgestern schon erfahren habt, war ich beruflich in Porto (Teil 1). Soweit es ging, schaute ich mir die Stadt vor und nach den Konferenztagen an – oder, wenn ich keine vernünftige Session fand, auch dazwischen. Davon und vom guten Essen handelt es heute.

Beim Spaziergang durch die Altstadt von Porto, die übrigens zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, merkt man die enge Bebauung. Ein Häuschen nach dem anderen. Die alten Häuser haben eine möglichst enge Front, da danach die Steuer früher fällig war. Dafür ging es nach hinten und in die Höhe.

Reise: Porto - Teil 2

Das nächste, was auffällt, sind die vielen Fliesen, die sich an den Fassaden befinden. Meine Favoriten sind diese hier:

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Während einige Prachtbauten zu sehen sind, entdeckt man auch viele verfallene Häuser. Teils wurden diese mit Graffitis verziert, wie hier:

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Im Gegensatz dazu das: der Bahnhof von Sao Bento.

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Die Eigenart Fließen zu verwenden stammt ursprünglich von den Mauren. Die Technik wurde dann durch die Niederlande verbessert. Meist erzählen diese Bilder irgendwelche Geschichten, wie ich auch bei den Ausflügen bemerken konnte.

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Auch Kirchen sind teils so verziert (Igreja da Nossa Senhora das Carmelitas Igreja do Carmo):

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Was mir besonders gut gefiel, war der Ausblick auf die Stadt, egal ob von Kirchturm, Hügeln oder einer der Brücken.

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Das hat doch was, oder? Wenn man den Fluss Douro auch sieht, ist es fast noch idyllischer

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Oder nur der Fluss Douro?

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Wie wäre es mit den Brücken? Hier die Ponte Dom Luís I.

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Natürlich konnte es nicht lassen auch kulinarische Eindrücke zu sammeln. Als erstes machte ich einen kleinen Ausflug zur Markthalle (Mercado Bolhao), die mit vielen verschiedenen Sorten an Obst und Gemüse aufwarten kann. Zudem werden Fische und Fleisch verkauft.

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Leider hat die „Halle“ schon bessere Seite gesehen:

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Aber die Auswahl gefiel mir.

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Die Weinbergpfirsiche schmeckten vorzüglich und waren vermutlich nicht einmal gespritzt. Weitere interessante Funde (jedoch nicht gekauft):

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Eigentlich wollten ein schwedischer Kollege und ich einmal in eine Nachmittagssession gehen. Leider stellten wir fest, dass wir die Vorträge schon mehrmals gehört haben. Kurzentschlossen machten wir uns auf den Weg zu den Portweinkellern, die sich auf der anderen Flussseite befinden. Ein Spaziergang dahin ist auf jeden Fall empfehlenswert.

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Nach einmal Verlaufen waren wir endlich den Hügel zum Portweinkeller von Croft hochgelaufen. Warum Croft? Die besitzen den ältesten Portweinkeller!

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Die klassische Führung beinhaltet die Besichtigung des Kellers und der Verköstigung von 3 Portweinen: Rosé (rechts vorne, von Croft „erfunden“, relativ neu), Ruby (links) und ein Tawny 20 Jahre. Der Preis für 5 Euro ist mehr als fair.

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Der Portweinkeller ist beeindruckend und wird durch eine informative, weniger kommerzielle Führung unterstrichen.

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Auf dem Weg zum Portweinkeller hatte ich einen Keller gesehen, der eine Stunde länger geöffnet hat als die übrigen: Calem. Nachdem wir Zeit hatten, schauten wir dort vorbei. Normale Führung 10 Euro, die Führung um 18:30 mit Show gut 17 Euro. Um ehrlich zu sein war uns das zu viel. Freundlicherweise wurden wir auf Burmester verwiesen, die ebenfalls bis 19 Uhr geöffnet sind.

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Die Führung für 6 Euro ist interessant (größerer Unterhaltungsfaktor, knapp weniger informativ und ohne schönen Weinkeller) und bietet 2 Portweine zur Verkostung: weiß und Tawny 20 Jahre. Die Unterschiede zum Tawny von Croft waren für mich spürbar, wobei ich persönlich Croft vorziehe. Natürlich ging von beiden Portweinkellern je 1 Flasche mit.

So viel Besichtigung und vor allem Verköstigung macht hungrig. In der Av. Diogo Leite fanden wir einen kleinen Imbiss, in dem außer uns nur noch Einheimische aßen. Nachdem der Schwede mir von den Würsten in Portugal vorgeschwärmt hat, musste ich diese Hähnchenwurst natürlich probieren. Joa, kann man lassen 🙂 Der Imbiss produziert auch sehr gutes Eis. Wenn ich nur wüsst, wie er heißt…
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Ach ja, bei der großen Brücke Ponte Dom Luís I gibt es noch eine schöne alt-wirkende Bahn, die zur oberen Ebene der Brücke fährt. Die Bahn ist äußerst praktisch, wenn man zwei Flaschen Portwein im Rucksack neben Notebook und keine Ahnung welche anderen Sachen rumschleppt. Außerdem bietet sie eine gute Sicht auf die Brücke Ponte Dom Luís I.

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Ebenfalls etwas älter sind die alten Trams, die vor allem für die Touris noch fahren. Die ersten Trams wurden 1872 in Porto eingeführt. Aktuell fahren die restaurierten Trams auf 3 Linien, wobei 2 mehr oder weniger in der Altstadt fahren, während die dritte Linie (Nr. 1) an den Atlantik führt. Genau diese Nr. 1 habe ich mir ausgesucht. Porto Tram City Tour beschreibt die Linie wie folgt:
Riverside Line running between Porto’s historic downtown and Passeio Alegre Garden offering  a unique route along the banks of the River Douro.
Die Fahrt mit der Nr. 1 ist eindeutig ein Erlebnis. Zum einen die alte Tram, zum anderen die Aussicht. Eine Fahrt kostet aktuell 2,50 Euro. Ein Tagesticket ist für 8 Euro zu haben.

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Am Hafen spazierte ich zum Leuchtturm und war fasziniert von der Umwelt.

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Schaut das nicht hübsch aus?

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Beim genauer Hingucken entdeckte ich viele Fischer, die ich beobachtete. Dann fand ich die drei Gesellen hier, die übrigens Entenmuscheln sammeln und dabei halsbrecherische Aktionen durchführen. Leider habe ich keine Entenmuscheln mehr probiert, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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Ein letzter Besichtigungstipp in Porto, bevor es sich nur noch um Essen geht: Bücherladen Lello. Sie zählt zu den schönsten Bücherläden Europas, wenn nicht der Welt. Natürlich konnte ich es nicht lassen mir die Kochbücher anzuschauen. Die Auswahl an englischsprachigen Büchern war nicht besonders gut, trotzdem fand ich zwei „Bücher“; einmal allgemein portugisische Küche und einmal Kochen mit Portwein. Langsam aber sicher werde ich neugierig, wie die Speisen rauskommen.

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Neben Portwein gibt es eine Besonderheit: grünen Wein. Wer lieber Bier mag, findet fast überall entweder Super Bock

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oder Sagres, welches als Helles oder fast schon Schwarzbier rauskommt.

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Bei so vielen Getränken und den Besichtigungen benötigt man auch was zu Essen. Am ersten Abend ging es mit Projektkollegen zum Restaurante Farol Da Boa Nova. Das eher touristische Restaurant liegt Nahe des Douros. Während bei manchen nicht-touristischen Restaurants die Vorspeisen entweder bestellt werden müssen oder im Service inbegriffen sind, werden in den touristischen Lokalen 1-3 Vorspeisen an den Tisch gebracht. Ist man von einem der Teller, muss man die Vorspeise zahlen. Bei diesen Teilchen wurde ich neugierig:

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Das sind Häppchen aus Bacalhau mit teils Gemüse und auf jeden Fall frittiert. Unbedingt probieren, wenn man in Porto ist (egal in welchem Restaurant)!
Hauptspeise bei mir: gegrillter Oktopus mit Spinat und Kartoffeln – ein Gedicht!

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Bei einem anderen der touristischen Restaurants probierte ich ebenfalls gegrillten Oktopus mit dem folgenden Ergebnis:
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Der Geschmack ist ebenfalls gut.

Nachdem ich nicht nur Tourilokale sehen möchte, ging es u.a. in eine Empfehlung eines Portugiesen: Tambla. Das eher kleine, langgezogene Restaurant liegt etwas abseits und bietet neben der portugisischen Küche auch Gerichte von Cap Verde an. Die Kombination der beiden Küchen interessierte mich, insbesondere nachdem ich nicht so häufig an Essen von den Kapverdischen Inseln komme.
Bei der interessanten Auswahl an Vorspeisen hatte ich keine Ahnung was ich nehmen sollte. Nach dem Vorschlag der Bedienung entschied ich mich für scharfe Maisdippers.

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Gut würzig und lecker. Kurz darauf wurde bereits meine Hauptspeise serviert: gebratener Kabeljau mit Kichererbsen und Chorizo.

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Das Gericht schmeckte herzhaft und überhaupt nicht wässrig. Chorizo und Kichererbsen harmonierten hervorragend. Dazu ein gut gebratener Kabeljau. Anschließend fühlte ich mich wie eine Kichererbse, aber ohne eine Nachspeise wollte ich das Lokal nicht verlassen.
Die Bedienung empfiehl mir hier glatt die Hälfte der Nachspeisen. Ich wählte eine von zwei Stück, wo ich keine Ahnung hatte, was mich erwartet. Ich bekam ein süß-salziges Törtchen mit Käse gefüllt und dazu ein Papayakompott.

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Wenn ich nur das Rezept für das Törtchen hätte… Ohhh! Trotz des Käses wirkte das Essen überraschend leicht. Dazu ein fruchtig-säuerliches Kompott – genial. Wer nicht in einem Tourilokal essen will und gute, vielleicht etwas überraschende Speisen mag, ist hier richtig.

Eine Besonderheit in Portugal, die ich zufällig miterlebt habe sind die Feiern für Heilige. Sao Joao ist besonders in Porto ein Spektakel und genau bei einem (das zweite betrachtete ich vor allem vom Hotel aus, welches in der Nähe lag) der ersten kostenlosen Konzerte war ich. Alle möglichen Leute waren da, alt und jung, selbst Kleinkinder. Mir gefiel die Stimmung, aber irgendwann wurde mir die Menschenmenge zu viel und entschwand Richtung Hotel.

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Mit anderen Worten: schlechtes Essen habe ich nie erlebt, jedoch gibt es deutliche Unterschiede im Service. Tourilokale schneiden durchschnittlich deutlich schlechter ab. Dies merkte ich auch bei den Ausflügen, wovon ich im nächsten Teil berichten werde.

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